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Gerd-Lothar Reschke:
Selbsterkenntnis und die Erfahrung der Leere.
Logbuch 3.2006 – 12.2006


Engelsdorfer Verlag,
606 Seiten, 28,00 Euro,
ISBN 978-3-86703-016-8

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Die vermeintliche und die echte Krise

Neuerdings wird sogar in den deutschen Hauptmedien der Begriff "Krise" im umfassenden und allgemeinen Sinn benutzt (nicht mehr nur als "Finanz-" oder "Bankenkrise") — und zwar unterlegt mit der Implikation, diese Krise sei gerade eingetreten oder mache sich jetzt allmählich bemerkbar. Die meisten werden dem auch zustimmen. Man spricht hier, bei solchen allgemein vorherrschenden Meinungen, von common sense. Wichtig ist aber, zu verstehen, daß das alles völlige Augenwischerei, ja sogar verhängnisvolle Täuschung und Selbsttäuschung ist. Der common sense funktioniert leider im Moment überhaupt nicht mehr.

Ich spreche deshalb vom Typus des Bornierten bzw. des dummen Mitläufers, oder auch des naiv Gläubigen, wie er in aufgeklärten Zeiten ausgemerzt sein sollte — durch sogenanntes "kritisches Bewußtsein", durch gute Erziehung in den Schulen, wo gelernt wird, in pro und contra, Alternativen, nüchternen und wissenschaftlich fundierten Fakten, womöglich sogar in positiven Visionen zu denken. Leider leben wir aber nicht mehr in einer solchen Zeit. Es handelt sich bei der ganzen Aufgeklärtheit nur noch um einen Mythos. Vielleicht war es mal so; heute ist es nicht mehr so. Der Bornierte überwiegt, und zwar so total, daß man seinen Anteil an der Bevölkerung auf über 99% schätzen kann.

Die heutige angebliche Krise ist nicht die Krise; sie ist vielleicht noch nicht einmal eine Vorkrise. Die eigentliche Krise besteht darin, daß jedermann offenbar wird, daß das jetzige Papiergeld überhaupt nichts mehr wert ist. Und genau diese Krise kann sich der Bornierte noch nicht einmal vorstellen. Deshalb leugnet er sie glattweg. Und deshalb merkt er auch nicht die Propaganda, die schon seit längerem läuft und die täglich mehr auf Touren kommt und zu einer umfassenden Gehirnwäsche geworden ist.


Kurz rekapituliert: Warum ist das jetzige Papiergeld, also Euro, Dollar usw., nichts mehr wert? Gegenfrage: Was ist Geld, das etwas wert ist, und was unterscheidet es von Geld, das nichts wert ist? Ganz einfach: die Wertdeckung. Beispielsweise arbeitet jemand eine Stunde und erhält dafür 10 Euro. Mit den 10 Euro kann er in ein Geschäft gehen und sich etwa ein Brot, Butter und Honig kaufen. Das Geld, die 10 Euro, funktioniert als Tauschmittel, das ermöglicht, daß die Arbeitszeit universell einlösbar gegen etwas anderes ist, so wie hier die Nahrungsmittel. Wenn der Papierschein mit der Aufschrift "10 Euro" aber nur ein Stück Papier wäre, irgendein Monopoly-Spielgeld, dann würde ihm keiner etwas dafür geben.

Was der Bornierte nicht weiß oder nicht verstehen will, ist, daß die Wertdeckung der Papiergeldwährungen verloren gegangen ist. Er glaubt immer noch, die Deckung wäre vorhanden. Man hätte also das Recht, mit seinen 10 oder mehr Euro immer etwas zu bekommen, einfach weil diese Euros auch den Wert von beispielweise Brot, Butter und Honig hätten. Genau das ist aber mittlerweile nicht mehr der Fall, und es ist schon lange, vermutlich seit mehreren Jahrzehnten, nicht mehr der Fall. Das Beispiel muß, damit es mit der Wirklichkeit übereinstimmt, dahingehend modifiziert werden, daß einer die Arbeitsstunde als Leistung erbringt, während nicht nur ein anderer, sondern hunderte andere dieselben 10 Euro für gar nichts erhalten. Sie brauchen nicht mal den Finger dafür krumm zu machen.

Und wenn das so ist, daß der Wert einmal noch ehrlich erbracht wird, dagegen in vielen anderen Fällen eben nicht mehr ehrlich erbracht wird, gibt es auch keine Wertdeckung mehr. Die Währung ist dann untergraben und verwässert worden. Man verkauft jemand eine Flasche Wein, aber da ist so gut wie kein Wein mehr drin. Das Weitergeben der Währung funktioniert nur noch deshalb, weil es soviele Bornierte gibt, die immer noch glauben, da wäre der gesamte Wert tatsächlich vorhanden (und weil Bornierte natürlich den Teufel tun, aufklärerische Entlarvungen wie meinen Beitrag Der Falschgeldbetrug auch nur zur Kenntnis zu nehmen, wo ich den genauen Mechanismus, den verborgenen Trick (oder die Tricks) hinter dem Schwindel bereits leichtverständlich erläutert habe).

Unser Geldsystem funktioniert nun mal anders, als wie der Bornierte wahrhaben will. Und damit der Bornierte nicht merkt, was gespielt wird, wird er mit allgemeiner Propaganda berieselt, und weil jetzt allmählich herauskommt, daß etwas an diesem Finanzwesen fürchterlich faul ist, nimmt die Propaganda zu und wird immer umfassender und konsequenter. Sie schnürt ihn regelrecht in seinem falschen Glauben, der sich zu einem regelrechten Weltbild ausgewachsen hat, ein und hält ihn dort wie in einem Hühnerkäfig gefangen.

Aber jetzt stelle man sich mal vor, was passiert, wenn auch noch der bornierteste Bornierte merkt, daß er betrogen worden ist und daß in der Flasche Wein (der Währung) nur noch Wasser (kein Wert mehr) enthalten ist. Daß es sich nur noch um eine bloße, leere Hülle handelt? Dann wird er sich an den Kopf greifen und sich fragen: Wozu habe ich denn dann meine Arbeitsstunden erbracht, wenn ich nur noch mit diesen fingierten, ungedeckten Tauschmitteln abgespeist worden bin, die sich andere genauso gut ohne jede Mühe produzieren konnten? Dann bin ich doch schrecklich betrogen worden!

Und wenn das viele merken, wird es wie ein Kettenreaktion sein, und alles wird auf einmal zusammenstürzen. Das passiert dann ganz schnell, innerhalb von wenigen Tagen. Das ist dann die eigentliche Krise. Und genau davor haben die Herrschenden Angst. Ihre Hintermänner aber wissen das alles schon längst, weil sie ja das Falschgeldsystem entworfen und die Leute damit betrogen haben, und diese Hintermänner haben sich auf diesen Fall schon längst vorbereitet und sich schon gründlich abgesichert.

Die jetzige sogenannte "Krise" hat nur damit zu tun, daß versucht wird, die eigentliche Krise noch möglichst lange zu vertuschen und hinauszuzögern, und deshalb produziert man noch viel mehr ungedeckte Tauschmittel, genannt Euro oder Dollar etc. — damit immer noch etwas da ist, um das falsche Spiel weiterlaufen zu lassen. Damit der Bornierte sagt: Es funktioniert doch bislang alles noch ganz gut! Ich bekomme doch immer noch Gegenleistungen für mein Geld! Der allgemeine Wohlstand ist doch immer noch enorm!


Dann nehmen wir mal an, das Geld würde wirklich wertlos (mit anderen Worten: Es träte der Zeitpunkt ein, wo herauskommt, daß es schon seit langem wertlos war). Da hält sich der Bornierte dann gerne an den Staat. Der soll ihm nun helfen, denn dazu ist der doch da, oder nicht? Was der Bornierte aber auch noch nie kapiert hat: Wie hängt der Staat mit dem Geld zusammen? Macht der Staat nicht das Geld? Das Geld ist doch staatlich, und wenn die eine Währung nicht mehr funktioniert, dann kann sich der Staat doch eine andere machen, oder nicht? Eben nicht. Was ist denn der Staat? Eine Glucke, die alles in Ordnung bringen kann und für alle sorgt? Wenn die kleinen Küken es nicht mehr selbst schaffen, kommt die Glucke und hilft ihnen? Auch der Staat kann aus fiktiven Werten keine echten machen. Der Staat kann nicht einfach irgendein neues Geld machen und damit bezahlen. Er kann nur, als Diktatur, Gewalt anwenden und sich dort etwas stehlen, wo noch etwas ist.

Im Grunde unterliegt der Staat denselben Gesetzmäßigkeiten wie jedes andere Wirtschaftssubjekt. Zwar gab es immer wieder Diktaturen, die meinten, sich darüber willkürlich hinwegsetzen zu können, aber sie endeten alle in Untergang und Selbstauflösung. So muß sich auch der Staat, ob er will oder nicht, den Zusammenhängen von Wert, Wertdeckung und funktionierendem Zahlungsmittel unterwerfen. Und was der Staat hat, das hat er von seinen Bürgern. Der Staat schafft keine Werte; die Bürger schaffen sie. Aber wo diese Werte gar nicht vorhanden sind, sondern nur noch als fiktive Gebilde herumgeistern (so wie momentan in Form von Billionenschulden und immer neuen Tricks der Falschgeldproduktion aus dem Nichts, mit der dann neue Vorhaben "finanziert" werden), gibt es für den Staat auch keine Gluckenrolle mehr zu spielen.

Der Bornierte stellt sich vor, die Glucke käme im Falle der wirklichen Krise an und gäbe ihm zu essen und zu trinken, Wohnung, Heizung, Gesundheitsfürsorge — alles, was er zum Leben bräuchte. Weiter reicht sein Horizont nicht. Woher das dann alles kommen und wie diese Leistungen vergolten werden sollen, interessiert ihn nicht. Das ist ihm auch alles viel zu kompliziert und unübersichtlich; darum werden sich die Politiker schon kümmern; dazu sind die doch da; dazu hat man die ja gewählt.


Das ist die eigentliche, uns noch bevorstehende Krise: wenn herauskommt, was alles nur Lug und Trug war, und was zuletzt überhaupt noch wirklich und verläßlich da ist. Was sind die echten Werte, und was sind nur scheinbare Werte? Auch eine noch so wirkungsvolle Propaganda kann diese Zusammenhänge nicht wirklich und auf Dauer vertuschen und übertünchen.


Noch etwas zu dem geläufigen Argument, meine Texte seien in letzter Zeit nur noch negativ, gehässig, frustrierend, sie trügen zu keiner Lösung bei und seien deshalb nur noch ärgerlich. Man fühle sich nur noch schlecht, wenn man das lese. Allein schon diese Begriffe "Propaganda", "Betrug", "Falschgeld", "Regime" oder "Diktatur" — so könne man es doch nicht nennen! — Tut mir leid, aber gerade in dieser Art zu reagieren sehe ich so etwas wie die perfekte Selbstoffenbarung der Borniertheit. Es gibt doch nichts Positiveres und Menschenfreundlicheres, als auf schreckliche Irrtümer hinzuweisen, wenn diese der echten Positivität im Wege stehen! Ist ein Arzt negativ, weil er sich mit der Krankheit eines Patienten auseinandersetzt? Muß man denn alles Unliebsame vertuschen und beschönigen, um als "positiv" gelten zu können? Wer so denkt, zeigt doch eigentlich damit nur, in was für eine Wahnwelt er sich verstrickt hat und wie stark er schon auf die allgemeine Gehirnwäsche hereingefallen ist. Mich erinnert das alles an die Zeit nach 1933. Die Parallelen werden immer auffälliger, auch was die scheinbare "Positivität" der Durchhalteparolen angeht, während Skeptiker und Zweifler der herrschenden Linie als Miesmacher und Verräter abgestempelt werden. Und: die Wahrheit auch dann offen auszusprechen, wenn sie unliebsam ist und wenn viele mit Ablehnung reagieren, das verlangt jedenfalls mehr Mut und Rückgrat, als immer nur Nettigkeiten zu verbreiten.

Was letztlich zählen sollte, sind die Tatsachen. Wie funktioniert das Geldsystem wirklich? Wer hat es verstanden? Will man es überhaupt verstehen? Wie bei der Diagnose des Arztes muß erst einmal die Krankheit genau herausgefunden werden. Also die Wahrheit, nicht nur irgendeine Annahme oder Vermutung, oder, schlimmer noch, eine Ideologie. Genauso ist es hier: Wie lautet die Wahrheit über unser Geld? Hast du, der Leser, sie verstanden? Habe ich, als Schreibender, mich in der Sache geirrt? Oder paßt dir einfach nur nicht, was ich schreibe, weil du es nicht verstehen willst, oder weil du vielleicht voreingenommen bist und mein Text Deine vorgefaßten Einstellungen gefährdet? Willst du vielleicht nur das lesen, was dir dein Gefühl der Behaglichkeit und Sicherheit bestätigt? Spekulierst du vielleicht noch auf den schmarotzenden Lügenstaat, daß er dich, wenn es hart auf hart kommt, schützen und aushalten wird? Ist es dir dann sogar gleich, wenn sich dieser Staat zu einem tyrannischen Moloch wandelt, der ungeniert die wichtigsten bisher geltenden Grundrechte außer Kraft setzt — Hauptsache, er verspricht dir weiterhin Obhut und Geborgenheit? — Mich erinnert die Realitätsleugnung der Bornierten sehr an den Patienten, der einen großen Bogen um den Arzt macht, weil dieser ja etwas Unschönes herausfinden könnte. Die Wahrheit will er nicht wissen, weil sie ja unangenehm sein könnte und/oder ihm unerwünschte Konsequenzen abverlangen könnte. Aber wer von solchem Schlag ist, der braucht mir hier nicht mit Kritik an angeblicher "Negativität" zu kommen.

Natürlich habe ich sehr wohl eine positive Vision. Wer genauer mitgelesen hat, wird auch schon wissen, welche. Aber zu dieser positiven Vision gehört ja erst einmal unverzichtbar, den Platz freizumachen und all das Lügen, die ganze Falschheit und die hohlen Attrappen wegzuräumen. Wenn z.B. in den USA ein Barack Obama als Hoffnungsträger bejubelt wird, der, wie sich nun immer deutlicher zeigt, die betrügerische Strategie des FED-Bankenkartells (also des Mit-Urhebers des ganzen Falschgeldschwindels) nicht nur deckt, sondern sogar — mehr noch als sein nun wirklich übler Vorgänger — zur alleinigen Maßgabe seiner Finanzpolitik erhebt, dann kann man doch wirklich nicht mehr von Positivität und Humanität sprechen. Sondern es ist nichts anderes als ein gigantischer Schwindel, ein himmelschreiender Verrat an der gesamten Bevölkerung. Erst wenn solcher Betrug enttarnt und beseitigt wird und wenn die Werte von Echtheit und Ehrlichkeit wieder den Platz bekommen, den ihnen alle Menschen im tiefsten Inneren wünschen, können wir Positives aufbauen und gestalten.

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