Näheres zur Geldkrake: Multiple Giralgeldschöpfung
Auch wenn er in den von mir empfohlenen Lehrfilmen schon sehr anschaulich erläutert wurde, möchte ich hier noch einmal näher auf den Zaubertrick 2 der Geldschöpfung aus dem Nichts eingehen: der multiplen Giralgeldschöpfung. (Erwähnt und kurz erklärt habe ich ihn schon im Einführungsbeitrag Der Falschgeldbetrug 1 – Entlarvung der drei Haupttricks.) Denn hier haben wir es mit einer der entscheidenden Verständnisklippen zu tun, die das Gros der Bürger daran hindert, den Schwindel, dessen Folgen nun vermehrt auf uns alle zurückfallen, zu durchschauen. Hier also zum genauen Mitlesen und Selber-Mitdenken:
Das multiple Geldschöpfungssystem
Obiges Diagramm von der (übrigens immer sehr lesenswerten) Webseite das-bewegt-die-welt.de von Gerhard Kastner veranschaulicht gut den Zusammenhang.
Erläuterung
1. Fall
Bank 1 vergibt einen Kredit an Haushalt 1 und schreibt das Geld seinem Konto gut. Haushalt 1 begleicht damit eine Rechnung und überweist das Geld an Bank 2.
===> Keine Veränderung der Geldmenge.
2. Fall
Bank 2 vergibt das Guthaben als Kredit an Haushalt 2 und schreibt den Kreditbetrag dessen Konto gut.
===> Die Geldmenge steigt.
Warum? Weil die Bank das Geld nicht unter Passiva (Schulden), sondern unter Aktiva (Guthaben) verbucht. Das ist der springende Punkt, und es ist wichtig, daß Sie diesen verstehen. Es handelt sich in diesem Fall um sogenanntes "Giralgeld" (durch Ausleihung erzeugtes Geld). Genau an dieser Stelle wird neues Geld geschaffen — aus dem Nichts! Das gibt auch die Deutsche Bundesbank offen zu; siehe offizielle Unterrichtsmaterialien: "Die Banken als Geldproduzenten".
Giralgeld wäre seiner Natur nach kein vollwertiges Geld, da es ja noch gar nicht über Deckung verfügt. Aber dadurch, daß es, anders als in Fall 1, in den Geldkreislauf eintritt und dort als dem Warengeld (also "echtem", gedecktem Geld) gleichwertig gehandelt wird und letztlich von diesem nicht mehr zu unterscheiden ist, erhält es volle Geldnatur.
Der beschriebene Vorgang (der multiplen Giralgeldschöpfung) könnte nun theoretisch unendlich oft wiederholt werden. Eingeschränkt wird er nur durch die Liquiditätsreserve, die die Banken bei der Zentralbank halten müssen (nämlich 2% an tatsächlicher Deckung).
Welche Geldmenge wird aus 1.000,- € Zentralbankgeld "erschaffen"?
| Bank 1 | Liquiditätsreserve: 20,- € | Kreditvergabe: 980,-€ |
| Bank 2 | Liquiditätsreserve: 19,60 € | Kreditvergabe: 960,40 € |
| Bank 3 | Liquiditätsreserve: 19,20 € | Kreditvergabe: 941,20 € |
| usw. | | |
Der Prozeß der multiplen Giralgeldschöpfung endet, wenn der gesamte ursprüngliche Betrag von 1000,- € in der Liquiditätsreserve festgelegt ist: 1.000,- € = 0,02 x Guthaben.
Bei einem Liquiditätsreservesatz von 2 % entsteht so aus einem ursprünglichen Geldvermögen von 1.000,- € durch die Geldschöpfung eine Geldmenge von 50.000,- €.
Wer's nicht glaubt, kann auch gerne in einer hochoffiziellen (aber rhetorisch geschönten) Broschüre der Deutschen Bundesbank nachlesen: Das Bankensystem. Oder auch in weiteren Unterrichtsmaterialien wie bei bankazubi.de (Mechanismen der Geldschöpfung).
Bei den meisten sträubt sich der gesunde Menschenverstand, wie z.B. die leidenschaftliche Diskussion zum Wikipedia-Artikel zu "Geldschöpfung" beweist.
Die heimliche Schwachstelle dieses Systems
Was ist nun die heimliche Schwachstelle dieses Systems (bzw., aus Sicht der Bankiers, der Übervorteilungstrick, durch den heimlich ein Profit gezogen wird)? Sie liegt darin, daß Geld auf eine noch gar nicht vorhandene Leistung (also: Deckung) geschaffen wird und daß gleichzeitig — durch die Verschuldung — eine enorme Abhängigkeit erzeugt wird. Der Finanzier verdient Zinsen für etwas, das er mühelos erschaffen hat. Es findet eine sehr hintergründige "Machtverlagerung" statt, vom Bürger hin zum Geldinstitut.
Das Geld, das wie beschrieben in die Welt kommt, ist noch nicht gedeckt. Und da immer mehr Geld in die Welt kommt, denn der Schuldenberg wächst — nicht zuletzt durch den inhärenten Zinseszins-Effekt — ständig weiter an, wird das Geld immer weniger wert.
Wohlgemerkt: Kredit als solcher ist noch nicht das Problem, denn er ist für ein funktionierendes Wirtschaftsleben, in dem Unternehmen mit Ressourcen ausgestattet werden müssen, um sich entfalten zu können, notwendig und sinnvoll. Und auch der Zins ist — selbst wenn die Anhänger der Gesell'schen Lehre das Gegenteil behaupten — noch bei weitem keine Gefahr. Denn damit ein Kreditgeber bereit ist, Kredit zu geben, muß ihm dafür auch eine angemessene Vergütung zuteil werden; andernfalls hätte er ja gar kein Motiv zur Verleihung seines Geldes. (Der Vermieter einer Wohnung würde diese, bekäme er keine Mietzahlung, sicher auch nicht mehr vermieten wollen.) Die Höhe dieser Vergütung regelt sich durch den freien Markt selbst. Jedoch: der erste Haken liegt bei der Zentralbank, die, während ihre Rolle nicht ins Bewußtsein der Öffentlichkeit tritt, zum machtvollen Kopf der Geldkrake wird, und der zweite Haken liegt in der Möglichkeit der Erzeugung ungedeckten Geldes.
Ich bin hier nur auf Zaubertrick 2, die multiple Geldschöpfung, eingegangen; erst die Kombination dieses Tricks mit den anderen beiden Tricks (Staatsanleihen und Zinseszins) erzeugt die ganze verhängnisvolle Wucht des Falschgeldsystems. Grundsätzlich läuft es so, daß bei ungedecktem Geld ganz automatisch, durch den im System eingebauten Mechanismus, immer mehr und immer größere Schuldenblasen zustandekommen — und zwar als direkte, wenn auch längerfristige Folge der Verlagerung von Leistungen in eine Zukunft, die es gar nicht mehr geben wird. Die Staaten sind inzwischen derart verschuldet, daß eine Rückzahlung der Schuldhöhe, selbst von kleineren Teilen, absolut aussichtslos und unrealistisch ist.
Wie schon erwähnt sind die scheinbaren "Fehler" nun aber genau das, was sich die Konstrukteure des Bank- und Geldsystems (historisch: Rothschild seit dem 19. Jhdt., Bank of England, sowie FED seit Anfang des 20. Jhts.) von vornherein zu ihrem eigenen Nutzen ausgeheckt und auf geschickte Weise lanciert haben, indem sie Bündnisse mit dem üblichen Politikernaturell geschlossenen haben, das stets auf mehr ungedecktes Geld, höhere Versprechungen an ihre Völker sowie mehr Macht durch Rüstung und Kriegsführung erpicht gewesen ist. Denn all das wurde und wird nur durch — natürlich ungedeckte — Kredite ermöglicht. Der Politiker ist in diesem Sinne der "Junkie", der sich seinen "Stoff" per Kredit auf Kosten der von ihm belogenen und getäuschten Bürger verschafft.
Der Mythos, daß alle Bankenkredite nur vor dem Hintergrund vergeben würden, daß alle Schulden auch möglichst schnell wieder beglichen werden könnten (bzw. daß alles ungedeckte Fiatgeld immer alsbald auch wieder wertgedeckt werden würde), ist absurd und widerspricht jeglicher Realität. Das genaue Gegenteil ist der Fall: Für die Bank ist es der "worst case", wenn Schulden sofort beglichen werden oder wenn der potentielle Schuldner sich sogar ohne Darlehen selber eine Existenz aufbauen kann. Das wäre ja so, wie wenn der Drogenabhängige "clean" würde und dem Dealer nichts mehr abkaufen würde. Denn schließlich verdient die Bank ja gerade an der Schuld und am Schuldzins — je mehr Schulden und Schuldner, desto besser für sie. Selbst wenn die Schulden nicht beglichen werden können, beschränkt sich ihr "Verlust" immer noch auf das bloße "aus dem Nichts geschöpfte Geld". Der optimale Fall für die Bank ist ein lebenslang verschuldeter Darlehens- oder Hypothekennehmer, den sie noch und noch abkassieren und aussaugen kann.
Auf analoge Weise ist für das Bankensystem auch ein möglichst hoch verschuldeter Staat das Optimum. Im Fall eines drohenden Staatsbankrotts hat dieses System dann sogar, direkt oder indirekt, Zugriff auf die Vermögen aller Bürger. Dann ist die Krake da angekommen, wo sie immer hinwollte, und kann sich als uneingeschränkte Herrscherin von Staaten und Ländern fühlen.
Die unheimliche Herrschaft der Banken
Auszüge aus Leserzuschriften an Focus online:
Banken, die Geld erschaffen, indem sie Kredite vergeben und dabei ihre Bilanzen verlängern: sie schaffen Geldblasen und lassen sich diese Blasen verzinsen. Hierdurch erlangen sie Systemrelevanz und politisches Erpressungspotential.
Wenn ihr weiterhin die Sklaven der Banken sein wollt und für eure eigene Versklavung bezahlen wollt, dann laßt die Banken weiterhin das Geld erschaffen und die Kredite kontrollieren.
— Sir Josiah Stamp, Direktor der Bank of England von 1928 bis 1941
Weiß man Bescheid über die multiple Giralgeldschöfpung der Geschäftsbanken, dann ist damit auch die Systemrelevanz der Banken geklärt. Wir hängen am Tropf der Banken, denn sie sind es, die unser Geld erzeugen und in Umlauf bringen. Klingt unglaublich, ist aber tatsächlich so und nicht anders. Die Banken bringen ca. 80% unseres Geldes in Umlauf, nicht die EZB, wie manche Menschen glauben. Unser gesamtes Geld wird über Kredite in Umlauf gebracht, natürlich gegen Zinsen. Für die anfallenden Zinsen müssen neue Kredite aufgenommen werden. Wir haben also eine auf Krediten basierende Geldordnung und befinden uns in einer nie endenden Schuldenspirale.
Es ist doch glasklar, daß jeder der amerikanischen Präsidenten am Geld scheitern muß. Da die Federal Reserve Bank ein privates Unternehmen ist. Der amerikanische Staat muß sich sein eigenes Geld bei den privaten Dollarnoten-Druckern, der FED, leihen.
Durch die multiple Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken leben auch wir in Deutschland in einem Umverteilungsstaat. Genau wie in den USA haben auch wir hier in Europa ein auf Schulden basierendes Geldsystem, das den Banken enorme Gewinne und Systemrelevanz beschert.
Welches wäre die faire Variante?
Natürlich gibt es, wo es eine Betrugsvariante gibt, auch eine komplementäre faire Variante, mit der der heimtückische Trick ausgemerzt werden kann. Ganz einfach: Die Mehrfachbeleihung muß abgeschafft werden. Die Schwelle ist hier, daß sich das von den FED-Hintermännern ersonnene System bereits seit einem Jahrhundert so fest etabliert hat, daß es den damit Befaßten als selbstverständlicher erscheint als die ehrliche Regelung. So wird zum Beispiel jedem Studenten und jedem Lernenden des Bankwesens erklärt, es gäbe gar keine andere Methode, mit der das System funktionieren könne. Beliebtes und geläufiges Schein-Argument: die Geldmenge müsse "flexibel" an die Bedürfnisses der Wirtschaft (oder: der Gesellschaft) "angepaßt" werden. Dasselbe Argument wird auch stets gegen Edelmetalldeckung bzw. gegen jegliche komplette Wertdeckung eines Echtgeldes hervorgeholt: solche Geldmodelle beeinträchtigten angeblich das Wirtschaftswachstum. Dergleichen falsche Behauptungen finden sich in allen konventionellen Lehrbüchern wie auch in den offiziellen Schriften der Bundesbank und der Zentralbanken, die sich damit als wahre Freunde der Menschheit und des Fortschritts an Glück und Wohlstand zu präsentieren versuchen.
Natürlich muß überhaupt keine Geldmenge angepaßt werden, denn wenn wir z.B. einen Goldstandard als Beispiel nehmen, so würde bei wachsender Wirtschaftsleistung das einem Papiergeldystem hinterlegte Gold einfach an Wert gewinnen. Niemand kann beweisen, daß es unverzichtbar ist, die Geldmenge "elastisch" zu gestalten — im Gegenteil: hinter dieser Denkweise verbirgt sich ja gerade der Versuch der Manipulation. Denn es verhält sich eben nicht so, daß Zentralbanken zum Wohle der gesamten Gesellschaft weise und gerecht an den Stellschrauben des Geldsystem drehen; vielmehr sind es ja gerade sie, die durch ständige, aber unbemerkte Vermehrung der Geldmenge zu einer gleichzeitigen Entwertung des Geldes, also des Vermögens aller Bürger, beitragen. Und wie schon mehrfach gesagt ist genau das von den privaten Hintermännern des Systems (die Zentralbanken sind wohlgemerkt nicht staatlich) so gewollt.
Mich erinnert dieses Bild sehr stark an die Hochanständigkeit und gewollte äußere Seriosität, mit der Mafia-Bosse in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten, wo sie sich gerne als Wohltäter ("Beschützer") ihrer Klientel, und möglichst aller von ihnen "betreuten" Bürger, aufzuspielen belieben.
Zurück zu unserem Lösungsversuch: G. Edward Griffin bringt in seinem Buch folgendes einfache Beispiel, das jedermann sofort klarmachen müßte, was an der Mehrfachbeleihung faul ist:
Sobald wir unseren Hut an der Garderobe eines Restaurants abgeben und dafür einen Bon entgegennehmen, erwarten wir schließlich auch nicht, daß die Frau hinter dem Schalter denselben Hut anderen Leuten ausleiht, während wir essen, in der Hoffnung, daß wir den Hut — oder einen ähnlichen — zum Zeitpunkt unseres Aufbruchs zurückerhalten. Wir erwarten, daß alle Hüte an dieser Stelle bleiben und daß wir sie zum Zeitpunkt unseres Aufbruchs von der Garderobefrau zurückerhalten!
Wenn jedoch die Bank uns sagt, sie würde unser Geld in der Zwischenzeit an andere Personen ausleihen, damit wir ein bißchen Zinsen dafür bekommen, so muß sie uns darüber informieren, daß wir das Geld nicht auf Verlangen jederzeit zurückerhalten können. Weshalb? Weil es inzwischen weitergereicht wurde und gar nicht mehr im Tresor liegt.
Die Banken reizen nur ihren Vorteil aus in der Annahme, daß meistens alles gutgehen wird.
— G. Edward Griffin: Die Kreatur von Jekyll Island, S. 52 f.
Durch den Trick der Mehrfachbeleihung wird eine nicht wirklich gedeckte Geldblase erzeugt. Und wir haben es hier nur mit einem von mehreren Tricks zu tun, die alle zusammen aus Geld, das ursprünglich wertgedeckt war, eine hauptsächlich leere Luftblase machen — während all das vor der absoluten Majorität der Bürger komplett verheimlicht wird (um diese ohne ihr Wissen und ohne ihre Zustimmung heimlich zu übervorteilen). Bis irgendwann — denn das liegt für den klugen Betrachter bei einigem Nachdenken nahe — solch ein hohles Kartenhaus einstürzen muß, weil es nicht immer und immer noch weiter zunehmen und größer werden kann, sondern an seine natürlichen Grenzen gelangen wird.
Hiermit sollte auch klargeworden sein, was faul ist an dem Argument vom "Wirtschaftswachstum" und der entsprechend "flexiblen" Geldmenge. Es verhält sich, wenn man den Trick kennt, ja genau umgekehrt: Millionen und Abermillionen von Menschen müssen sich in der Tretmühle eines derartigen Wirtschaftssystems abplagen, um den Wertverlust, der durch die Verwässerung des Echtgeldes entsteht und der wiederum durch den Zinseszins-Effekt weiter verschärft wird, zu kompensieren. So werden dann harmlose, nichtsahnende Bürgern zu Arbeitssklaven, die im Dienste einer unmenschlichen und heimtückischen Erfindung ihre Lebenskraft investieren müssen, damit die wahren Drahtzieher weiterhin Profit aus dem Trickkonstrukt schlagen können.
Zum Schluß eine kleine Aufgabenstellung für die Realitätsleugner
Wer übrigens jetzt immer noch behaupten will, unser Geld wäre gedeckt, der braucht nur einen kurzen Blick auf einige offiziellen Statistiken der USA mit den neuesten Werten von Geldmengen-Entwicklung etc. zu werfen. Wir könnten dann sehr amüsiert seiner eigenen Art Logik folgen, mit der er uns erklärt, woher plötzlich die große Explosion von Werten herkommt, die der Geldmengenexplosion angeblich gegenüberstehen soll:
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