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Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.
Artikel 146, GG

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Gerd-Lothar Reschke:
Selbsterkenntnis und die Erfahrung der Leere.
Logbuch 3.2006 – 12.2006


Engelsdorfer Verlag,
606 Seiten, 28,00 Euro,
ISBN 978-3-86703-016-8

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Das Zinsproblem, und was es mit Wertverständnis zu tun hat

Zwei ganz unterschiedliche Arten von Zins

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Zins: Zins auf gedecktes Geld und Zins auf ungedecktes Geld. Im ersten Fall handelt es sich um einen völlig berechtigten und sinnvollen Zins. Man kann diesen als Leihgebühr bezeichnen, oder auch als Mietpreis. Also ganz analog zur Miete, die ein Mieter für eine Mietwohnung zahlt. Der Vermieter erbringt eine Leistung bzw. stellt während einer bestimmten Zeit einen Wert in Form der Wohnung zur Verfügung, und keiner würde ihm (normalerweise) das Recht absprechen, während dieser Zeit eine Gebühr zu verlangen. Dies entspräche dem Zins auf gedecktes Geld: nämlich Zins für einen zur Verfügung gestellten Wert.

Nun handelt es sich aber beim Bankenzins, also dem Zins für Kredite (Verschuldung), um die zweite Art Zins. Die Bank stellt keine Leistung zur Verfügung (von Verwaltungskosten abgesehen). Sondern wie in den anderen Beiträgen über das Fiatgeld-System schon näher beschrieben, erzeugt sie das Geld durch Buchung des Kredits als Aktivposten (im Rahmen ihres fractional bankings) neu, "aus dem Nichts". Es sind nun genau diese Zinsen, an denen Banken verdienen. Mit wachsenden Krediten steigen dann nicht nur die Gewinne der Bank, sondern es kommt noch der im Bankenwesen wohlweislich komplett verschwiegene Effekt des Zinseszinses hinzu. Nicht nur wird über Gebühr verdient, sondern dieser Verdienst steigt, einfach durch Zuwarten, auch noch exponentiell an (also erst allmählich, dann immer schneller und schließlich explosionsartig!).

Der Trugschluß von Silvio Gesell und seinen Anhängern

Genau an diesem Punkt setzen die Anhänger der Lehre von Silvio Gesell mit ihrer Kritik an und fordern die Einführung eines Schwundgeld-Konzeptes. Aus ihrer vollauf zutreffenden Erkenntnis, daß der Zinseszins auf Kredit- bzw. Fiat-Geld eine unverdiente Bereicherung bewirkt (siehe auch Trick 3 im grundlegenden Einführungsbeitrag Der Falschgeldbetrug), schließen sie, man müsse diesen verbieten bzw. ein Gegenkonstrukt schaffen. Dabei vergessen sie jedoch leider den oben erklärten Unterschied zwischen Wertdeckung und ungedecktem Papier- bzw. Schein- oder auch Falschgeld. Sie wollen nun ein neues ungedecktes Falschgeld einführen und dieses mit einem eingebauten Wertverfallszwang ausstatten. Womit wir — der aufmerksame Leser wird es gemerkt haben — genau bei unserer heutigen Art Geld angelangt wären, das ja ebenfalls nach realer (nicht staatlich gefälschter) Inflation ca. 6-10% jährlich an Wert verliert.

Die Bedeutung der Wertdeckung

Es geht also gar nicht nur um den Zinseszins, wie eine verkürzte, oft sehr ideologisch erstarrte Richtung immer wieder zu behaupten nicht müde wird. Von dieser Seite wird dann auch stets ein staatlich verwaltetes, ungedecktes Papiergeld gefordert, so als wären die Politiker zugleich auch die idealen Währungshüter. Sind das doch die übelsten Schuldenmacher; und ausgerechnet die könnten nun ihr eigenes Geld drucken und damit ihren Macht- und Selbstdarstellungsgelüsten erst recht ungehemmt folgen. Walter K. Eichelburg sagte sehr schön: "Eher wird ein Löwe freiwillig zum Vegetarier, als daß ein Politiker spart."

Der eigentliche, sehr fundamentale Dreh- und Angelpunkt ist die Wertdeckung. An dieser Stelle sind ein paar grundsätzliche Anmerkungen fällig, die gut als Einleitung zu jeglicher Auseinandersetzung mit der Frage "Was ist Geld überhaupt?" passen würden:

Hat Geld mit Werten zu tun, oder hat Geld mit Wert-Vortäuschung zu tun? Nach üblichem Verständnis ist Geld der moderne Inbegriff für Werttransfer und Wertverwahrung. Alles, was irgendwie von Wert und Bedeutung ist, wird in unserer Zivilisation in Geld gemessen. Selbstverständlich weist eine derart verkürzte Perspektive starke Schwächen auf, denn die meisten wichtigen Werte (wie Liebe, Gesundheit, Lebensfreude, Dankbarkeit, Sinngefühl und Naturschönheit) sind eben nicht mit Geld zu kaufen. Aber nichtsdestotrotz hat Geld eine überragende Bedeutung, denkt man nur einmal an Geld als Gegenleistung für so gut wie jede Form von Arbeit.

Dem würde also ein voll wertdecktes Geld entsprechen — ansonsten hätten wir es mit Betrug zu tun. Und genau das ist der Fall! Denn unser Geld ist eben nicht wertgedeckt, sondern stellt bloß eine Wert-Vortäuschung dar. Hier sind wir nun bei der entscheidenden Schwachstelle im Fundament unserer Gesellschaft und deren Werteordnung angelangt! Die meisten heutigen Werte dieser Gesellschaft sind bloß Vortäuschung von Werten, und dem entspricht ein Geld, das ebenfalls seinen Wert nur vortäuscht! Hier ist auch der eigentliche Grund für die sogenannte "Finanzkrise", die in Wahrheit eine Systemkrise dieses Wertesystems und der Gesellschaft (incl. Religion und Kultur) darstellt, zu suchen. Der eingebaute Selbstzerstörungsmechanismus des Kreditgeldes (also eines staatlich legalisierten Falschgeldes) reißt die gesamte Zivilisation, die mit diesem Geld lebt und arbeitet, mit in den Abgrund. Und jeder, der die dauernde Vorspiegelung falscher Werte und unsolider Verhältnisse, menschlich wie materiell, satt hat, würde hier sagen: Endlich!

Die Bedeutung des Verständnisses für Werte

Ich bemühe mich ständig, derartige Sachverhalte einfach darzustellen, so daß sie jeder nachvollziehen kann. Damit stehe ich natürlich im Gegensatz zu unseren "Wissenschaftlern" und "Experten". Der Großteil der Bevölkerung glaubt denen viel eher, denn er meint, was einfach erklärt würde, müsse falsch sein — nur was kompliziert oder unverständlich beschrieben würde, treffe zu. So einfach, wie ich hier das Geld erkläre, könne es ja nicht sein; da ist ihnen zu wenig umständliches Fachchinesisch drin. Kommt nun einer dieser hochgestochenen Fachleute daher und überschüttet sie mit Fachausdrücken und Expertenjargon, so muß dieser wohl recht haben. Nur verstehen sie leider nicht, was er sagt.

Also überlassen sie die Sache ganz ihm — übertragen ihm also Macht und Verantwortung. Wir sehen nun in letzter Zeit deutlicher, wo uns das hinführt. "Die werden es schon wissen", heißt es. Was auch durchaus zutrifft: Die wissen nämlich durchaus, was ihnen selbst am besten nützt. Daß sie dabei nicht das Interesse derjenigen im Sinn haben, die aus Faulheit und Dummheit auf eigenes Mitdenken verzichtet haben — wer kann ihnen das ernsthaft verübeln?

Ich sage dazu:

  1. Die meisten Menschen wollen Sachverhalte gar nicht verstehen, und deshalb ziehen sie die Kompliziertheit und Unverständlichkeit der einleuchtenden Klarheit vor. Und zwar wollen sie einfache Sachverhalte und Grundzusammenhänge deshalb nicht verstehen, weil sie die Konsequenzen scheuen, die sich aus einem schnellen, direkten und sofort einleuchtenden Verstehen für sie selbst ergäben.
  2. Menschen, die selber Werte schaffen, verstehen sofort, was Werte sind; Leute hingegen, die nur denken, reden, philosophieren und kritisieren, verstehen nicht, was Werte sind, weil sie nicht imstande oder willens sind, Werte zu schaffen.
  3. Die meisten intellektuellen Konzepte zu Geld und Werten haben mit Schmarotzertum zu tun: Wie komme ich an die Werte, die andere geschaffen haben? Der Sozialismus verbrämt diesen Wunsch als "Gerechtigkeitsstreben". Nun sind aber die meisten, die derartige Konzepte (Staatsgeld, Schwundgeld, staatliche Zentralbank, Zentralbankgeld, Steuererhöhungen, Umverteilungen, im Krisenfall auch: Enteignungen) vertreten, fast immer Intellektuelle, die selbst nicht oder nur sehr wenig produktiv arbeiten. Meistens leben sie auf Staatskosten, also auf Kosten von steuerzahlenden anderen Bürgern. (Ich bezeichne diese Intellektuellen und Theoretiker als Schmarotzer, womit ich sie mir natürlich allesamt zu erbitterten Feinden mache.)

Ausgewählte Zitate zum Thema Zins

Niemand besitzt ein natürliches Recht, als Geldverleiher tätig zu werden, außer demjenigen, der Geld zum Verleihen besitzt.

Erläuterung: Das sagte Thomas Jefferson (1743-1826), dritter Präsident der USA und einer der wichtigsten in der Geschichte der Vereinigten Staaten, der lebenslang einen erbitterten Kampf gegen das Zentralbanksystem führte. Er meinte hier natürlich echtes, wertgedecktes Geld, im Gegensatz zum legalen Falschgeld, das wir heute haben.

Weitere Zitate von Thomas Jefferson:

Die Institution der Zentralbank ist ein tödlicher Widersacher der Prinzipien und der Form unserer Verfassung (constitution).
Falls das amerikanische Volk jemals die Kontrolle über die Herausgabe ihrer Währung auf Banken übertragen sollte, werden diese und die Firmen, die sich um sie bilden, unter dem Einsatz von Inflation und Deflation dem Volk solange ihr Eigentum wegnehmen, bis die Kinder obdachlos auf dem Kontinent aufwachen, den ihre Väter einst in Besitz nahmen.

Das Recht, Geld herauszugeben, soll den Bankiers fortgenommen und zurück auf den Kongreß und das Volk übertragen werden, dem es gehört. Ich glaube aufrichtig, daß Banken mit dem Recht, Geld herauszugeben, gefährlicher für die individuellen Freiheitsrechte sind als stehende Armeen.

1941 wurde Marriner Eccles, damaliger Präsident des Federal Reserve System, vom Kongreßabgeordneten Wright Patman bei einer Anhörung nach der Herkunft von zwei Milliarden US-Dollar für den Kauf von Regierungsanleihen gefragt:

Eccles: Wir erschufen es.
Patman: Woraus?
Eccles: Aus dem Recht, Kreditgeld herauszugeben.
Patman: Und es steht nichts dahinter, wirklich nichts, außer der Kreditwürdigkeit unserer Regierung?
Eccles: So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld.

Mit anderen Worten Kreditgeld (Fiat-Geld) ist Schulden. Wer Schulden macht, veranlaßt die Bank, hierfür Geld zu erschaffen und in Umlauf zu bringen — wofür sie dann Zinsen einzieht, an denen sie verdient. Daher: Die Bank bereichert sich an der Verschuldung, die entsteht. So ist nun fast alles Geld nicht Wertspeicher, sondern Mittel der Schuldsklaverei und Umverteilung.

Der Fehler in diesem System liegt ganz klar an der fehlenden Wertdeckung, und nicht am Zins.

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