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Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.
Artikel 146, GG

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Gerd-Lothar Reschke:
Selbsterkenntnis und die Erfahrung der Leere.
Logbuch 3.2006 – 12.2006


Engelsdorfer Verlag,
606 Seiten, 28,00 Euro,
ISBN 978-3-86703-016-8

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Haben Sie die Kraft zu unabhängigem Denken?

Der Dumme glaubt, was in den Zeitungen steht und was ihm von den Politikern erzählt wird — der Kluge denkt nach, blickt hinter die Kulissen der alltäglichen Berieselung und macht sich selbst ein Bild. Der Dumme verdrängt die Krise (entweder indem er sie einfach verleugnet, oder indem er jeden Gedanken daran übergeht, weil es ihm unangenehm ist) — der Kluge informiert sich und sorgt vor. Der Dumme reagiert bloß — der Kluge agiert.

Hauptmerkmal des Dummen ist seine Gläubigkeit. So, wie er im Mittelalter den Einträufelungen der Kirchenideologie glaubte und Hexenwahn, Ketzerverfolgung, Ablaßhandel und Heuchelei der pfäffischen Funktionäre für bare Münze nahm, glaubt er den heutigen Lügen von Aufschwung und sicherer Zukunft. Es ist exakt dasselbe Verhaltensmuster: Bequemlichkeit. Dinge zu glauben, die einem erzählt werden, erspart einem jeden weiteren Energieaufwand. Das Glauben geht schnell und leicht: Man braucht nur zu glauben, und schon ist man fertig und kann zu anderem übergehen. Befindet man sich dann noch, zumindest scheinbar, im Schoße eines gängigen und massenüblichen Mainstreams, so wird beim Durchschnittsbürger auch noch das eigene Gewissen mühelos beschwichtigt.

Selbst nachzudenken ist etwas völlig anderes, und es ist etwas, das gerade in unseren Tagen leider immer seltener wird, weil die Übermacht der täglichen Medienberieselung immer mehr zunimmt. Heute früh sah ich z.B. auf der Titelseite eines Münchener Boulevardblattes, wie dem Leser marktschreierisch vorgerechnet wurde, um wieviel die Preise seit 2002, also seit der Einführung des Euros, gestiegen seien: Mieten 40%, Nebenkosten 60%, Müll- und Wasser 80% usw. Man könnte nun das Spiel beginnen und versuchen, abzuschätzen, wie viele Leser diesen Unsinn glauben: 90% mindestens, vermutlich sogar eher 99%. Die Leute meinen wirklich, die Preise wären gestiegen. Daß es sich um Inflation handelt, daß also ihr eigenes Geld seit 2002 nur noch ungefähr die Hälfte wert ist, weil immer mehr Geld gedruckt wurde — genau das wissen sie nicht, weil sie es 1.) nicht erfahren und weil sie 2.) keine Ahnung haben, was Inflation überhaupt ist. Das Märchen der "steigenden Preise" (mit dem dann alle diejenigen, die Preise erhöhen, also Stadtwerke, Vermieter usw., als Schurken dastehen, die den Bürgern ans Portemonnaie wollten) ist einfach nur ein Trick, ein ganz platter Schwindel. Man kann so etwas mit den Leuten machen, weil sie weder wissen, was Geld wirklich ist, noch jemals auch nur einen Schimmer davon hatten, was hinter den Kulissen des Geldsystems gespielt wird und wer da die Fäden zieht. — Aber um so etwas herauszufinden, müßte man erst unabhängig denken, müßte Energie investieren und sich selbst schlau machen — und das ist eben mühsamer als die bequeme Gläubigkeit, die einfach übernimmt und verinnerlicht, was einem an Lügen weisgemacht wird.

Blicke ich dann vom Zeitungskasten hinüber auf den Verkehrsstau der Fahrzeuge, mit denen sich unsere Bürger fleißig und arbeitssam zu ihrem täglichen Dienstpensum bewegen, um 40 oder 50 Stunden ihrer Wochenzeit für Lohn oder Gehalt zu schuften, so sehe ich wieder dieselbe Gläubigkeit, die nichts mit der Realität, aber umso mehr mit Suggestion zu tun hat: Dieselben Bürger, denen der Staat ungefähr 50% ihrer Arbeitsleistung wieder wegnimmt, um nicht zu sagen stiehlt (denn von diesem durch Steuern entnommenen Wert werden sicher nur ca. 10% sinnvoll verausgabt, während die restlichen 90% in einen sinnlosen bürokratischen Moloch, in Kriegsrüstung, Kriegsführung, in völlig ineffektive staatliche Verwaltungen und Haushalte investiert werden), genau dieselben Bürger würden sich ganz fürchterlich entrüsten, wenn ihnen irgendein kleiner Straßendieb 10 Euro entwenden würde. Der Gläubige hat aber kein Problem damit, daß er um ca. die Hälfte seiner Lebenszeit betrogen wird, indem er sich ein Arbeitsleben aufhalst, das ihn ausnutzt und ihn darüberhinaus auch noch unglücklich und krank macht. Er hat kein Problem damit, als billige Legehenne ausgebeutet zu werden, die ihre Eier zu legen und dann herzugeben hat— und das alles auch noch mit Käfighaltung im Massenbetrieb.

Deshalb nochmal die Frage an Dich, den Leser: Hast Du die Kraft, von Deiner Gläubigkeit abzulassen und unabhängig zu denken, Dich selbständig zu informieren und daraus dann auch die nötigen praktischen Konsequenzen zu ziehen? Indem Du nicht mehr den Massenmedien glaubst und vertraust, nicht mehr den Politikerreden glaubst und vertraust, nicht mehr gekauften "Wirtschafts- und Finanzexperten", angeblichen Wissenschaftlern und Fachleuten, glaubst und vertraust, sondern Dich z.B. über die gefälschten Inflations- und Arbeitslosenzahlen schlau machst. Indem Du z.B. verstehst, was Staatsanleihen wirklich sind, und damit dann auch verstehst, welches Spiel unsere Politiker mit dem Bürger treiben. Dann machst Du Dir auch bewußt, welche Schuldenlawine hierbei losgetreten wurde und was dann notgedrungen, durch Aufnahme immer weiterer Schulden und Schuldzinsen, durch immer weiteres Hinausschieben der Zahlungspflichtungen, mit dem ganzen derartig in bodenlose Finanzjonglierereien verstrickten Staat passieren muß und passieren wird. Und wer dafür am Ende aufkommen muß. Nicht der, der Dich hat glauben machen, sondern der, der bequem und dumm geglaubt hat — bis ihm schließlich die Quittung für seine Dummheit und Gutgläubigkeit präsentiert wird.

Es braucht Kraft und Ehrlichkeit, sich den wahren Tatsachen zu stellen. Wer mir gegenüber behauptet, er würde sich bereits jeden Tag mit der Realität dieses Geldsystems und dieser politischen Situation auseinandersetzen, und das sei eben die, die ihm die Politiker und seine Zeitung weismachen, dann kann ich ihm nur antworten:

"Wenn Du nicht die Kraft hast, einen unabhängigen Standpunkt einzunehmen — wenn Du nicht die Kraft zu abweichendem Denken und Nachforschen aufbringst — wenn Du Dir nicht mal für Sekunden klarmachst, was diese Begriffe Geld, Kredit, Schulden, Inflation, Staatsanleihen und Zinseszins tatsächlich und ganz konkret für uns alle bedeuten, und wenn Du immer noch meinst, Dein Geld wäre gedeckt, abgesichert, stabil, nur weil das so in der Zeitung und in der Tagesschau behauptet wird, oder wenn Du Dir als wenig Besitzender einbildest, Geld sei ohnehin unwichtig und der Staat würde Dir in der Krise schon noch helfen und für Dein weiteres Auskommen sorgen — dann bist Du nicht nur schwach, desinformiert, gehirngewaschen, sondern dann wird Dir bereits in diesen Tagen (ohne daß Du es merkst), aber noch viel mehr in der kommenden Zukunft (wo Du es dann, wenn es schon zu spät ist, endlich merken wirst) Dein Fell ganz gehörig über die Ohren gezogen. Dann ist Schluß mit Deiner bequemlichen Träumerei; dann kommt Dein bitteres Erwachen!"

Das Verdrängen und Wegdenken aus der Realität hat noch nie jemandem geholfen. Tatsache ist, daß es, wie seinerzeit auf der Titanic, einfach zu wenig Rettungsboote gibt. Die am längsten schlafen und verdrängen, werden am Ende sicher auch die bitteren Konsequenzen für ihr Leugnen zu tragen haben. Ob ihnen das dann auch noch egal sein wird?

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