Es wird (vorerst) keine Währungsreform geben
Auch wenn ich mich damit vielleicht etwas weit aus dem Fenster lehne (da Zukunftsvoraussagen immer etwas Zweifelhaftes sind): Nach reiflicher Überlegung halte ich die in diesen Tagen (speziell von Walter K. Eichelburg unter hartgeld.com) gemachten Voraussagen für eine Währungsreform in Deutschland mit einer DM-2 (am 15./16.5. oder 23./24.5.) für äußerst unwahrscheinlich, um nicht zu sagen völlig ausgeschlossen. Weshalb? Weil dies der gesamten deutschen Europa-Politik der letzten Jahrzehnte komplett widersprechen würde. Die Deutschen wurden, allein schon aufgrund ihrer besonderen Stellung als Kriegsverlierer, während einer ganzen Generation auf die Verleugnung ihrer eigenen Volksinteressen und auf die Bevorzugung eines nebulösen "Wir in Europa"-Ideals getrimmt und erzogen. Die Regierung Merkel liegt sogar noch mehr auf dieser primär von Fädenziehern wie den Bilderbergern oder dem Council of Foreign Relations (CFR) vorgegebenen Linie als die Regierung Schröder mit ihrer Ablehnung der Teilnahme am Irak-Krieg. Von der jetzigen Regierung eine D-Mark 2 zu erwarten (erhoffen) ist reines Fantasie-(Wunsch-)Denken. Eher würde Merkel Deutschland komplett zugrunde gehen lassen; womit sie ja, siehe meinen Beitrag Das kalte Entsetzen hallt nach, bereits begonnen hat. Die noch deutschlandfeindlicheren Äußerungen des linken politischen Spektrums sprechen hierzu ebenfalls eine völlig eindeutige Sprache.
Natürlich wird sich diese Linie nicht durchhalten lassen, und die Währungsreform muß und wird ohnehin kommen — aber eben erst, nachdem man das Land und seine Bürger komplett hat ausbluten lassen. Währungsreform und deren Modalitäten (Haircut etc.) sind ohnehin nicht das Thema, sondern wie ich auf diesen Webseiten ständig betone, muß man immer zuallererst die Grundlagen dieses Geldsystems betrachten, um die eigentlichen Hintergründe und die jeweils neueren Entwicklungen richtig deuten und verstehen zu können.
Das Geldsystem ist stets ein Banken-Bailout-System, ein System der Umverteilung von unten nach oben, ein System der Werte-Abschöpfung durch legalisiertes Falschgeld, bei dem von der Leistung des einfachen Bürgers ein immer größer werdender Anteil an die Hintermänner des Systems abgezeigt wird, ohne daß erstere es bemerken. Und es bemerkt ja fast immer noch keiner. Das Griechenland-Theater, so spannend es auch sein mag, ist, wie ich ebenfalls in Die Griechenland-Lüge schon schrieb, nur ein Nebenschauplatz. Es zeigt bloß die erste poröse Stelle im Damm gegen das Eingestehen der Wahrheit: daß dieses Geld wertlos, weil so gut wie komplett ungedeckt ist!
Dieser Damm wird aber mit allen Mittel vor dem Einstürzen zu bewahren versucht — nicht zuletzt von den korrupten Politikern, die nicht im Dienst der Bürger, sondern (ob wissentlich oder nicht) im Dienst der Geldkrake agieren. Deshalb wird es keinen frühzeitigen "Reset" des Systems geben. Damit würde für die Fädenzieher viel zu viel zerstört; sie würden sich selbst bloß schaden. Denn jede harte Transformation bringt Unruhe ins Umverteilungssystem — das doch zur Zeit für diese Leute nur allzu gut funktioniert. Die Banken-Bailout-Logik wird — weiterhin perfekt versteckt vor weit mehr als 99% der Menschen — einfach kontinuierlich weitergeführt. Sie ist sozusagen die "Konstante" innerhalb der scheinbaren Wirren um Griechenland und die Staatsanleihen der PIGS-Staaten, innerhalb des scheinbaren Problems des Euro-Verfalls und innerhalb der ganzen zwecklosen, nur für den unwissenden Fernsehkonsumenten inszenierten Debatten um fehlende Gelder. Das ist wie ein Uhrwerk, das ruhig, stetig und ungerührt im Hintergrund weitertickt. Die Umverteilung wird einfach weiter vollzogen, und zwar genau solange, bis alles an materiellem Vermögen aus den Bürgern sämtlicher Staaten herausgepreßt ist. Das ist sozusagen die eigentliche Einheit Europas und Einheit aller Völker dieser Erde — da werden nun US-Amerikaner nicht anders behandelt als Süd- oder Mittel- oder Nordeuropäer, oder als Chinesen oder Russen. Die kommen alle noch dran, jeder einzelne, auch wenn sich der Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit mal mehr hierhin, mal mehr dorthin wendet.
Die D-Mark 2 ist auch deshalb nicht vorrangig, weil sie bloß begrenzte nationale Gefühle anspricht, aber als neue Fiat-Währung nur derselbe Wein in neuen Schläuchen wäre, nämlich wiederum nur eine neue Version ungedeckten Falsch- und Papiergeldes. Nach den Gesetzmäßigkeiten der Ökonomie (Österreichische Schule) würde diese Währung ebenfalls zwangsläufig scheitern müssen. Ich finde die Idee, daß sich die Deutschen hier als einzige (vielleicht zusammen mit den Schweizern) vor dem allgemeinen Desaster retten und eine Insel der Wertbeständigkeit bilden könnten, zwar heimelig und ansprechend, aber absolut unrealistisch. Als würden es Staaten wie die USA, Großbritannien oder Frankreich dazu kommen lassen! Und als hätten unsere Politiker den Mumm, in diese Richtung einzubiegen! Stellen Sie sich mal Merkel (oder Koch, oder Rüttgers, oder Köhler, oder Steinmeier) in dieser Rolle vor: abwegiger geht es nun wirklich nicht mehr.
Der Euro fällt eben, wie alle Falschgeldwährungen fallen müssen und fallen werden. Die sind alle von derselben leeren Substanz.
Eine andere Frage ist: Macht es Sinn, bei den jetzigen steil gestiegenen Preisen in den nächsten Edelmetall-Laden zu rennen und Gold zu kaufen? Ich würde sagen: bei Silber ja, bei Gold nein. Alle Kurven unterliegen Schwankungen, alle Marktstimmungen unterliegen Schwankungen. Eine allgemeine Kaufpanik ist immer der falsche Zeitpunkt.
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