Europa am Scheideweg: Zerfall oder totalitäres Regime?
Das vorauszusehende Scheitern des Euro bringt Europa an eine hochinteressante Weggabelung: mit dem Verfall der gemeinsamen Währung könnte es zu einem Auseinanderbrechen der engen politischen und wirtschaftlichen Kooperation kommen, oder es könnte andererseits zu einem umso stärker forcierten Einigungsprozeß kommen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zum gleichzeitigen Abbau der noch vorhandenen Reste von demokratischer Einflußnahme durch die einzelnen Bevölkerungen und zur Zementierung eines zentralistischen totalitären Regimes führen würde. Die Antwort werden wir wohl in einer viel näheren Zukunft erleben als bislang von den allermeisten erwartet bzw. befürchtet.
Hochinteressant wird diese Entwicklung vor allem deshalb sein, weil die Zuspitzung auf beiderlei Extreme unvermeidlich scheint. Eine moderate Lösung ist ausschlossen, und zwar aus diesem Grund: Das im herrschenden Geldsystem eingebaute Bailout-Konzept reißt die Entscheidungsträger automatisch in den Strudel der Bankrotterklärung hinein. Es wirkt wie ein Sprengsatz. Aussitzen und Abwarten ist hierbei nicht mehr möglich. Das Schuldsystem befindet sich in der Nähe des senkrecht aufstrebenden Astes der Exponentialkurve: Schulden können nur mit weiteren Schulden "beglichen" (d.h. kaschiert) werden, und diese Spirale beginnt wie bei einem Schneeballsystem — und genau darum handelt es sich ja auch — zu explodieren.
Die Tendenz der Regierungen, insbesondere der aktuellen deutschen in Berlin, weist fraglos in Richtung auf eine Mobilisierung sämtlicher stabilisierenden Kräfte und Maßnahmen. Das wäre bei einem rechtlich und gesetzmäßig ablaufenden Vorgang auch in Ordnung — aber genau darum handelt sich hier nicht, sondern wir haben es mit kriminellen Kräften zu tun, die bereit sind, auch noch die Reste rechtstaatlicher Prinzipien zu opfern, um das herrschende Geldsystem funktionstüchtig zu halten: und damit eben auch eine betrügerische Umverteilungssystematik, nämlich die Geldkrake der US-FED. Diesem System wird nach und nach alles andere untergeordnet. Jegliche noch verbliebene Rechtschaffenheit und Glaubwürdigkeit wird vom alles verschlingenden Strudel des Schuldgelds und der galoppierenden Neuaufnahme weiterer, immer astronomischerer Schuldsummen aufgesaugt.
Diese unheilvolle Logik führt geradewegs in den Polizeistaat. Aber die Konsequenzen sind auf lange Sicht sogar noch düsterer: Mit dem endgültigen Bankrott endet ja der Zentralismus, also die parallel zur Geldkrake aufgepumpte Staatskrake, noch lange nicht, sondern sie gelangt erst in ihr eigentliches Stadium und zu voller souveräner Herrschaft! Kaum ist der Bankrott eingetreten, so wird man die Marktkräfte zu Sündenböcken der Entwicklung erklären. Und der nichtsahnende Bürger wird das sogar noch erleichtert bejubeln! Dergleichen die Staatskraft stärkende Tendenzen lassen sich inzwischen in vielen Kommentaren und auf zahlreichen Webseiten verzeichnen. Gefordert wird dort ein Staatsgeld, mit dem angeblich die Auswüchse des bisherigen halbstaatlichen Zentralbank- und Bankengeldes eingedämmt werden könnten. Praktisch das gesamte linke politische Spektrum und fast sämtliche intellektuellen Stimmen befürworten eine Mutation des Staates zu einer Obrigkeitsinstanz, die vermeintliche "Gerechtigkeit" und "Gleichheit" per Gießkannenprinzip zu verteilen habe. Natürlich hegt man die feste Überzeugung, diese Obrigkeit sei viel ausgewogener und humaner als das bisherige System, das als "liberalistisch" (neoliberal) und willkürlich eingestuft wird.
Dieses Denken führt in logischer Konsequenz in einen totalitären Sozialismus, also genau die Art von System, wie es historisch bereits grandios gescheitert ist. Wahrscheinlich wird das neu zu errichtende System jedoch mit modernsten Mitteln der Überwachung und Kontrolle versehen sein. Ein Modell, das möglicherweise kommen wird, basiert auf der kompletten Abschaffung von Bargeld bzw. von nicht nachzuverfolgendem, frei vagabundierendem Geld und der Einführung eines mit der jeweiligen Person verknüpften Chip- bzw. Computergeldes, wie es ja bereits mit den unterschiedlichen Plastik-Geldkarten vorhanden ist. Der Schritt zum Polizei- und Überwachungsstaat ist hier nur noch ein kurzer, denn jeder Zahl- und Abbuchungsvorgang kann unmittelbar mit einer zentralen Datenbank abgeglichen werden. Damit hat diese Art Staat den Bürger völlig in seiner Hand. Er braucht ihm bei mißliebigem Verhalten bloß die Genehmigung zu Geldtransaktionen zu sperren (und bei erwiesenem Wohlverhalten wieder freizugeben) und hat hierdurch, auch ohne daß es jemals zu direkten Gewalt- und Erpressungsmaßnahmen kommen muß, das perfekte Steuerungsmittel, um Wohlverhalten zu erzwingen.
Es gibt noch eine ganze Menge weiterer Aspekte dieser obrigkeitsstaatlichen Geldsystematik: Da der Marktmechanismus als Schuldiger für die Umverteilung von unten nach oben ausgemacht wurde, wird ein zentral gesteuertes, sozialistisches Verteilsystem etabliert werden, das derartige Auswüchse verhindern und allen ein "angemessenes" Vermögen zuteilen soll. Um diesen Glauben an das neue, angeblich fortschrittlichere Konzept zu festigen, muß ein neuer, mächtiger Propagandaapparat etabliert werden, der das Staatsgeld als Wohltat und humane soziale Einrichtung in die Köpfe programmiert. Fakt ist nämlich das genaue Gegenteil: Es ist genau dieses zentralistische, von unzugänglichen, anonymen Kräften gesteuerte Zentralbanksystem, das für die Krise verantwortlich ist. Dieses Konzept ist bereits sozialistisch und marktfeindlich, denn es erhebt wertloses, ungedecktes Papiergeld staatlicherseits zur einzigen legalen Währung und verbietet jede Alternative (da nicht kontrollier- und besteuerbar). Die marktwirtschaftliche Alternative, die es in früheren Jahrhunderten immer gegeben hat, wurde in den letzten ca. 100 Jahren erfolgreich aus den Köpfen herausprogrammiert, und da der einfache Bürger von der Materie nichts weiter weiß und versteht, als was man ihm dazu eingeredet hat, kann er auch den Hintergrund der Manipulation nicht durchschauen.
Der totalitäre Staat kann nur über eine unförmig aufgeblähte Bürokratie und ein hochgezüchtetes Besteuerungswesen funktionieren. Er saugt mehr als die Hälfte aller von den Bürgern erbrachten Werte und Leistungen ab und verleibt sie sich ein. Das beste Bild, um diesen Vorgang anschaulich nachvollziehen zu können, ist die Wirkungsweise der Krebskrankheit. Der Tumor wuchert auf Kosten des gesunden Gewebes und der vitalen Lebensenergie des Wirtskörpers. Er schmarotzt mehr und mehr, bis der Wirtskörper vor Kraftlosigkeit verfällt.
Man kann sich nun fragen: Wie könnte Europa, bzw. hier in unserem konkreten Fall Deutschland, diese Staatskrake wieder loswerden? Genau das ist nicht mehr möglich, außer durch automatischen Kollaps des Regimes selbst. Das Regime müßte sich überlebt haben, und die überwiegende Zahl der Bürger müßte seiner völlig überdrüssig geworden sein. Die Menschen müßten einen ungebärdigen Freiheitsdrang haben, und sie müßten auch bereit ein, für ihre Loslösung vom Herrschaftsmoloch Opfer zu bringen. Diese Voraussetzungen sind zur Zeit jedoch leider nicht gegeben — ganz im Gegenteil: der Ruf nach der Obrigkeit, der Ruf nach Fürsorge und Absicherung, er wird in den Zeiten des Euro-Kollapses nur umso lauter erschallen.
Viele Bürger sind, was die aktuell herrschende Mentalität betrifft, einem Mehr an Zentralismus und Kontrolle gar nicht abgeneigt. Selbst die mögliche Einpflanzung von RFID-Chips in den eigenen Körper wurde von einer erschreckenden Anzahl Befragter befürwortet, die sich damit ein höheres Maß an Bezahlkomfort versprechen. (Siehe hierzu die nachfolgenden Quellen-Links).
Quellen:
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