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Artikel 146, GG

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Gerd-Lothar Reschke:
Selbsterkenntnis und die Erfahrung der Leere.
Logbuch 3.2006 – 12.2006


Engelsdorfer Verlag,
606 Seiten, 28,00 Euro,
ISBN 978-3-86703-016-8

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Warum unser Geldsystem ein Betrugssystem ist

Warum Aufklärung über dieses Thema so enorm wichtig ist

Auf diesen Webseiten taucht recht oft das Wort "Betrug" auf. Das mag einigen Lesern unangenehm aufstoßen und zu negativ erscheinen. Kann sich der Autor nicht endlich mal auf positive Dinge beziehen und diese präsentieren? Gegenfrage: Was nützen angenehmere Meldungen, wenn eine ganze Gesellschaft und ihre Kultur an einem grundsätzlichen Konstruktionsfehler krankt, der alle wichtigen Interaktionen, darunter einen Großteil des Flusses von Lebenskraft und Energie, vergiftet und degeneriert? Nein — solange das immer noch den allermeisten nicht klar ist, muß Aufklärung betrieben werden. Es ist diese Aufklärung, von der alles abhängt. Solange immer noch mehr als 99% der Bevölkerung der festen Überzeugung ist, unser Geld sei das, was sie meinen, nämlich ein rechtschaffenes und richtig funktionierendes Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel, ist diese Aufklärung vordringlich.

Das Schlimme ist hier ja gerade das unglaubliche Ausmaß der Unwissenheit. Und diese Unwissenheit ist natürlich nicht zufällig, sondern beabsichtigt. Ohne solche Texte wie diesen hier im Internet wäre es wohl gar nicht möglich, Licht ins Dunkel einer umfassenden Gehirnwäsche zu bringen. Zwar steht hier immer der Glaube der Mehrheit hemmend dagegen, etwas derart Unbekanntes sei völlig absurd und könne gar nicht wahr sein, und die offizielle, nun wirklich "überall" vorherrschende Ansicht müsse daher die richtige sein (man hätte den Schwindel sonst längst aufgedeckt), aber gerade diese angebliche "Aussichtslosigkeit" einer Offenlegung, einer Präsentation der unbekannten und unterdrückten Sicht reizt mich umso mehr, das Thema immer wieder aufzubringen und von neuem aufzuschlüsseln. Es hängt einfach viel zu viel davon ab. Vermutlich wird diese ganze Kultur mit der Lüge ihres Geldsystems, an der sie krankt, untergehen, und mit einiger Sicherheit wird die weitere dann folgende Entwicklung vom Grad der Verbreitung ebendieser Aufklärung abhängen, um die es hier geht. Um den Betrug durchschauen und verstehen zu können, muß man wissen, wie er funktioniert.

Was unterscheidet Falschgeld von echtem Geld?

Essentiell ist die Unterscheidung zwischen wertgedecktem und nicht wertgedecktem (ungedecktem) Geld. Ersteres nenne ich echtes Geld, zweiteres Falschgeld.

Echtem Geld entspricht eine Leistung, Falschgeld entspricht keine Leistung. Das versteht man sofort, wenn man sieht, wie strikt heutzutage das Drucken von Falschgeld bestraft wird. Es ist auch recht einsichtig, weshalb: Wenn einer sich das Geld auf einer Druckmaschine im Keller druckt, benötigt er nur Papier und Druckfarbe und kann beliebig viele "Scheinwerte" erzeugen, während ein anderer für dasselbe Geld hart arbeiten muß. Hier wird der Betrug offensichtlich. Dem Falschgeld steht keine Leistung, kein erbrachter Wert gegenüber. Deshalb muß der, der sich solches Geld druckt, bestraft werden. Er ist ein Betrüger. Nun gut. Was sagen Sie aber dazu, daß heutzutage genau dasselbe mit unserem angeblich "legalen" Geld gemacht wird? Es wird auf ganz ähnlichem Wege ungedecktes Geld gedruckt. Es handelt sich ebenfalls um nichts anderes als um Falschgeld, nur daß das Ganze — leider — legal geschieht. Ist das nicht ebenfalls Betrug, und ziemlich genau von derselben Sorte?

Ja, ganz eindeutig ist es das. Ob es nun der einzelne Falschgelddrucker ist, der betrügt, oder ob es der Staat und seine Obrigkeit (die Clique aus Bankern und ihnen hörigen Politikern) ist, die betrügt — es ist immer: Betrug. Und deshalb nenne ich dieses legalisierte Falschgeld eben auch Falschgeld. Der Clou ist hier nur: die Leute wissen es nicht, weil sie der Obrigkeit und dem herrschenden Geldsystem vertrauen. Das ist das Problem. Wüßten sie es und würden sie genau verstehen, was hier abläuft, so wären sie entsetzt. Es ist nicht so, daß sie es wissen und sich damit abfinden, sondern sie werden auf eine besonders freche und hinterhältige Weise hinters Licht geführt. Da dieser Prozeß aber in aller Öffentlichkeit abläuft, von Politikern nicht nur stillschweigend akzeptiert, sondern nach allen Regeln einer ziemlich fragwürdigen Kunst zu immer neuem Schuldenmachen benutzt wird und die in dasselbe System verwobenen, es aktiv stützenden Medien darüber nicht frei berichten, gilt er bis dato als gerechtfertigt.

In den letzten Jahrzehnten klappte der Schwindel noch so einigermaßen, denn selbst bei Herstellung von enormen Mengen von legalisiertem Falschgeld kommt nicht so schnell heraus, was dabei geschieht und welche Konsequenzen das mit sich bringt. Aber nach und nach machen sich die unvermeidlichen Folgen immer stärker bemerkbar. In dieser Phase befinden wir uns jetzt. Die Erzeugung des legalen Falschgeldes ist nämlich mit mehreren Verstärkungs- und Beschleunigungsmechanismen ausgestattet, die den gesamten Prozeß zu einer unaufhaltsamen Lawine anwachsen lassen, die schließlich alles überrollt.

Geld als Schuld

Geld ist sozusagen ein "Gutschein", mit dem eine Leistung beansprucht werden kann. Um ein Schuld- oder Leistungsversprechen einzugehen, händigte man den Gutschein aus. Wurde die Schuld beglichen, wurde der Zettel vernichtet. Allgemein akzeptierte Gutscheine wurden zu legalem Geld und konnten innerhalb des Wirtschaftskreislaufs zirkulieren. Man reichte sein Anrecht auf Begleichung der Schuld an den nächsten Geschäftspartner weiter, der dieses dann auf Verlangen wiederum in einen entsprechenden Gegenwert eintauschen konnte. Die Schuld wird damit losgelöst vom speziellen Schuldverhältnis und erhält allgemeinen Verkehrswert.

Wenn man diesen einfachen Zusammenhang verstanden hat, dann versteht man auch die Natur des Geldes als Schuld. Würde sämtliche Schuld beglichen, wäre damit auch alles Geld wieder vernichtet — weil es durch Eintauschen in den entsprechenden Gegenwert wieder überflüssig geworden wäre.

Jegliches Geld, das existiert, stellt daher eine Verschuldung dar und verweist, aufgrund der komplementären Beziehung zwischen Schuldner und Gläubiger, auf eine Instanz, die Forderungen zu stellen hat. Das wird oft vergessen: Man sieht nur noch das Geld (als Besitz, Vermögen, Guthaben), aber vergißt den, der sozusagen am stärkeren Hebel sitzt: den Gläubiger, also den, auf den die Ansprüche zulaufen und der dadurch in eine Machtposition gelangt.

Anfangs wurden seltene, wertvolle, nicht beliebig herstellbare Materialen wie Gold und Silber als Geld verwendet. Dies garantierte die Fälschungssicherheit. In modernen Zeiten kam man auf die Idee, Papiergutscheine zu drucken, weil diese leichter zu transportieren waren als das "echte Geld", also Gold oder Silber. Dollar, Pfund — das waren ursprünglich Münzeinheiten in Edelmetallen. Für den Zettel, auf dem "Dollar" oder "Pfund" stand, konnte man sich dann einen echten Dollar bzw. ein echtes Pfund auszahlen lassen, und zwar ohne weitere Ausweis- oder Nachweispflicht.

Staatsanleihen

In allen Epochen der Menschheitsgeschichte gelangten Regierungen und Herrscher in Geldnot, insbesondere wenn es darum ging, extravagante Projekte zu finanzieren und Kriege zu führen. So fühlte man, da man zugleich die Gewalt der Obrigkeit innehatte und dem Volk damit auch unpopuläre Verordnungen aufzwingen konnte, sich immer wieder der Verlockung ausgesetzt, mehr Geld zu schaffen, als tatsächlich in Form der unmanipulierbaren Mengen an Edelmetallen zur Verfügung stand. In der Geldgeschichte nannte man das "Münzverschlechterung" — die Münzen enthielten Legierungen edler und unedler Metalle; der volle Wert der Zahlungsmittel wurde schrittweise verwässert. Dies führte immer wieder zu Aufständen und Protesten seitens der Bevölkerung, die sich gegen derartige Betrugsversuche wandte.

Gerade das oben schon angesprochene Papiergeld ermöglichte eine besonders effektive Form der Geldverschlechterung. Man könnte doch einfach mehr Papiergutscheine ausgeben, als Deckung durch echtes Geld vorhanden war. Was hier fehlte, war noch die passende Rechtfertigung. Der erste Betrugstrick, den alle Regierungen bzw. ihre Politiker gerne anwandten, um mehr Mittel an die Hand zu bekommen, als an Deckung durch echtes Geld vorhanden war, bestand in Staatsanleihen. Ich habe schon mehrfach auf die entsprechende Szene in Goethes Drama Faust, Teil 2 verwiesen, wo dieser Trick sehr anschaulich demonstriert wird.

Heutige Bürger verstehen aber leider schon gar nicht mehr, was daran überhaupt Betrug sein soll. Schließlich bekommen sie ja tagein tagaus in den Medien ebendiese Staatsanleihen als etwas ganz Normales und Selbstverständliches präsentiert. "Der Staat" vergibt eben Anleihen, also Schuldscheine — was soll daran schlecht sein? Dem naiven Pöbel in Goethes Theaterstück ähnlich, der durch Gedankenlosigkeit, Gier und Oberflächlichkeit sofort von den bequemen Vorzügen des Papiergeld eingenommen wird, glaubt auch der heutige Bürger, der Staat könne und werde schon genügend Sicherheit bieten, um eine Wertdeckung dieses Schuldgeldes zu gewährleisten. Aber fragen wir doch mal ganz einfach: Worin besteht denn hier die Deckung? Was wird als Gegenwert bereitgestellt? Das Gesamte eines Gemeinwesens: also im Grunde das Eigentum der Staatsbürger selbst, nur hier als anonymes Kollektiv genommen. D.h. z.B. die von kommenden Generationen zu erbringende Wirtschaftsleistung, außerdem Grund und Boden, sowie die darin befindlichen Rohstoffe.

Alles das als Gegenleistung zu erbringen wird aber gar nicht wirklich in Erwägung gezogen. Es handelt sich nur um einen im Kern sehr primitiven Vorwand, eine hohle Phrase. Es geht bloß darum, "irgendetwas" als angebliche Deckung von de facto ungedecktem Geld herzunehmen und denen, die nicht weiter nachdenken, vor die Nase zu halten. Die Banken, die Hintermänner des Finanzwesens interessiert das nicht; die interessiert nur der Verschuldungsprozeß als solcher — und woher diese wohlwollende Toleranz kommt, darauf gehen wir gleich noch näher ein.

Multiple Geldschöpfung

Wenn man schon einmal per Papiergeld Ansprüche auf echte Werte garantieren kann, und wenn dieses Papiergeld nach und nach in den Köpfen der Menschen zu einem aus sich selbst heraus werthaltigen Zahlungsmittel geworden ist, warum dann nicht einfach nur weiteres Geld erzeugen und in Umlauf bringen? Ganz so einfach geht das natürlich nicht, denn dann würde solches Geld sofort wertlos werden. Also geht man einen Zwischenschritt: die Deckung wird verwässert. Man verlangt eine Mindestreserve, auf der nicht nur eine, sondern gleich eine Anzahl von Zahlungsversprechungen aufgetürmt werden.

Nehmen wir an, der Staat gibt einen Geldschein heraus, auf dem steht, daß er gegen eine Goldunze eingelöst werden kann. Dann kursiert dieser Geldschein genau so, als hätte er den Wert einer Unze Gold — denn jeder fühlt sich sicher, bei Bedarf zur Zentralbank gehen und dort einen Schein wieder in Gold zurücktauschen zu können. Die Zentralbank druckt nun mehr und mehr solcher Geldscheine. Es stellt sich heraus, daß nur noch die wenigsten tatsächlich das entsprechende Gold sehen wollen, denn sie können ja mit dem Papierschein überall im Wert von einer Goldunze einkaufen. Dadurch, daß kaum etwas umgetauscht wird, kann sich die Regierung auf einfache Weise mehr Finanzmittel erzeugen: Sie druckt einfach weitere Geldscheine, auf denen jeweils die gleiche Zahlungszusage steht.

Man kam nun auf die glorreiche Idee, einen bestimmten Mindestreservesatz von z.B. 5% an real vorhandenem Gold der entsprechenden Menge von Papiergeld in Höhe von auszahlbaren Goldunzen gegenüberzustellen — und somit das scheinbar zur Verfügung stehende Geldvermögen des Staates entsprechend zu erhöhen. Diese Methode wird "Goldstandard" genannt. Durch dieses nicht mehr 1:1 garantierbare, nur scheinbare Decken der Papiergeldmenge wird natürlich, das sollte hier klar geworden sein, ebenfalls ein Betrug vorgenommen. Die Geldgeschichte zeigt, wie sich das Verlassen der 1:1-Wertdeckung als grundsätzlicher "Sündenfall" erwies und gleich die nächsten, noch weiter fortschreitenden Verwässerungen der Gelddeckung einleitete. Basiert der Goldstandard auf gesetzlich festgelegten 5%, so kann man doch genauso gut drei oder zwei oder weniger Prozent zugrundelegen, und das System funktioniert nach außen hin genauso. Am Ende verläßt man dann, wie in den USA 1971 unter Nixon geschehen, komplett jegliche Wertdeckung und druckt bloßes Papiergeld ohne jegliche Eintauschmöglichkeit.

Sehr ähnlich funktioniert das fractional banking im Bankenwesen. Die Bank benötigt nur eine Mindestreserve von 2% und kann sich damit ihre 100% verfügbare, an Kunden zu verleihende Geldmittel besorgen. Es ist derselbe Trick mit dem Verwässern der Wertdeckung, mit einer sehr laxen und hinterlistigen Form der Zahlungsversprechung und ein — um es beim richtigen Namen zu nennen — komplett unredliches Spiel mit einer nichtsahnenden Öffentlichkeit, die hier auf geradezu kriminelle Weise hinters Licht geführt wird. Der einfache Bürger hegt ja immer noch die Überzeugung, es handele sich bei diesem Geld um wertgedecktes, also echtes Geld!

Zinsen auf Kredite

Der eigentliche Hintersinn bei dieser Methode der multiplen Geldschöpfung durch die Banken ist aber nicht etwa nur das Ausgeben ungedeckten Geldes an Kunden, sondern worum es hier letztlich geht, das ist der durch den Schuldzins vereinnahmte Gewinn. Die Banken erhalten nämlich Zinsen, also Geld, für eine Leistung, die gar nicht vorhanden ist! Sie verdienen am bloßen Vorhandensein der Schulden als solche. Und selbst wenn der Zins sich nur auf ein paar Prozent beläuft — ein weiterer heimtückischer Trick besteht darin, daß auf Dauer noch zusätzlich der Zinseszins-Effekt zum Tragen kommt. Dieser läßt den Schuldzins — und damit den Bankengewinn aus den vergebenen Darlehen — exponentiell ansteigen.

Aufgrund dieses — wohlweislich mit äußerster Verschwiegenheit gehandhabten — Zusammenhanges ist keine Bank an der Rückzahlung von Schulden interessiert. Sondern je mehr Kreditnehmer sich bei ihr verschulden, desto höher ihr Gewinn. Für den Eingeweihten entpuppt sich hier unser herrschendes Geldsystem als wahres Perpetuum mobile, bei dem sich ohne großes äußeres Zutun still, leise und unaufhaltsam die Vermögensgewichte zu Ungunsten des Kreditnehmers und zugunsten des Finanziers verlagern. Es ist deshalb völlig gerechtfertigt, diesen Umverteilungsmechanismus als Geldkrake oder auch als Krebsgeschwür zu bezeichnen. "Krebs" deshalb, weil der immer schneller steigende Gewinn aus ungedecktem Kreditgeld bei weitem keiner tatsächlichen Leistung (oder gar einer immer schneller ansteigenden Wert- oder Arbeitsleistung seitens der Banken und ihrer Verantwortlichen) entspricht, sondern sich als eigenständige mathematische Gesetzmäßigkeit automatisch verselbständigt und ebenso automatisch zur Umverteilung von Vermögen und damit auch von Macht führt.

Zinseszins-Effekt bei den Schulden

Daß der Zinseszins-Effekt bei Krediten zu einem unverhältnismäßigen Aufblähen der Verschuldung führt, wurde bereits erwähnt. Nun muß man sich das Beispiel aber statt auf Privatkunden auf ganze Staaten bezogen vorstellen. Denn auch die Staaten sind bekanntlich verschuldet; auch Gemeinwesen (Städte und Gemeinden) sind verschuldet — alle öffentlichen Institutionen werden durch Schuldgeld am Laufen gehalten. Auch hier wiederum greift der Zinseszins-Effekt und nimmt im Laufe der Jahrzehnte immer dramatischere Steigerungsraten an. Nach ca. 60-70 Jahren ähnelt die Kurve des Zuwachses dann schließlich einer senkrecht steigenden Gerade. Das bedeutet: die Schuldenfalle schlägt unerbittlich zu. Es kommt dazu, daß ganze Staaten nicht nur ihre Schulden nicht mehr bezahlen können (Schuldentilgung, siehe oben zum Thema Staatsanleihen, war ohnehin noch nie wirklich vorgesehen gewesen), sondern sie können noch nicht einmal die Zinsen für die Schulden finanzieren, sprich sie erhalten keine Kredite mehr, nicht mal für die Schuldzinsen.

Dies ist der Punkt, wo ganze Länder einschließlicher ihrer Bevölkerungen zu Sklaven des Geldsystems geworden sind, quasi zu Leibeigenen und Geiseln. Der Umverteilungsmechanismus preßt sie aus wie eine Zitrone, bis gar nichts mehr da ist.

Reines Gelddrucken ("quantitative easing")

Die schönfärberische Umschreibung "quantitative easing" (mengenmäßige Erleichterung) hoben FED-Chef Ben S. Bernanke und Konsorten aus der Taufe, als sie von der verdeckten Schaffung von legalem Falschgeld zu unverhülltem Gelddrucken übergingen. Aufgrund der Schwierigkeiten, immer neue gläubige Kundschaft für immer neue ungedeckte US-Staatsanleihen zu finden, mit deren Hilfe die Staatsverschuldung weiter aufgebläht und beliebige Mengen neuen Geldes geschaffen werden konnten, ging man zur letzten Konsequenz des Geldbetrugs über: Man verzichtete auf das scheinseriöse Brimborium, das sonst immer so gerne vom Bankensektor veranstaltet wird und mit dem man sich so gerne als Gruppe von humanen, nur ums Wohl der Allgemeinheit besorgten Wohltätern präsentiert. Wohlklingende Phrasen wie "Geldmengensteuerung", "Nachfrageanreize schaffen", "Preisstabilität garantieren", "Auswege aus der Liquiditätsfalle finden", "die Wirtschaft fördern", "Konjunkturprogramme auflegen" etc. werden ja bekanntlich von allen Medienvertretern nur zu gerne nachgebetet und klingen immer irgendwie sinnvoll und nutzbringend. "Gelddrucken" klingt weniger gut, und wenn es sich dann um viele Milliarden, schließlich gar um ganze Billionen ungedeckter Dollars handelt, kann den skeptischen Mitbürger schon so allmählich der Zweifel plagen, ob es hier noch mit rechten Dingen zugeht.

Da vermutet er auch ganz richtig. Die wirklichen Folgen zeigen sich aber erst mit längerer Verzögerung — womöglich ein, zwei oder vielleicht auch erst vier oder fünf Jahre später. Aber sie müssen und werden sich zeigen, denn so ungestraft läßt sich nun mal nicht betrügen, schon gar nicht in diesem gigantischen Ausmaß! Zuerst einmal wird für die Wirtschaft Zeit erkauft. Das Geld fließt zumeist in den Aktienmarkt und sorgt dort für steigende Kurse — woraufhin die Medien der nichtsahnenden Öffentlichkeit wieder mal das gerne gehörte Lied vom "Aufschwung" vorträllern. In Wahrheit potenziert sich das, was falsch ist, hier noch um ein Vielfaches. Aus der Schuldenfalle versucht man sich mit noch mehr Schulden zu befreien. Am Ende ist der Gesamtschaden nur umso größer. Politiker denken aber bekanntlich nur kurzfristig und sorgen sich nicht um die späteren Konsequenzen. Je mehr Geld (= Schulden) einer in die Hand nimmt und dem Volk als neue Wohltat spendiert, desto besser sein Image. Kaum war Barack Obama zum neuen US-Präsidenten gewählt, hielt er eine Rede, in der er mit 787 Milliarden neuen Schulden finanzierte Wohltaten versprach — und kaum einer merkte, was das bedeutete.

Inflation ist gewollt — und in Wahrheit nichts als eine heimliche Enteignung der Bürger

Der Staat bräuchte eigentlich überhaupt keine Steuern zu erheben — denn allein schon über die Inflation, also die Geldentwertung, kassiert er bei jedem Bürger auf sehr elegante und heimtückische Weise ab; und der Bürger, der vom Geldsystem keine Ahnung hat, merkt es nicht einmal. Inflation ist nicht "steigende Preise" (wie den Unwissenden immer wieder gerne erzählt wird), sondern Aufblähung der Geldmenge. Je mehr ungedecktes Geld erzeugt wird, desto mehr entwertet sich das Geld. Den Mechanismus der Erzeugung ungedeckten Geldes durch Aufblähung der Schuldenmenge habe ich bereits erläutert: Der Falschgeldbetrug 2 – Vorgebliche und tatsächliche Inflation.

Wie oben erwähnt ist das Bankensystem an dieser Ausweitung der Schulden stark interessiert und scheut die mögliche Zurückzahlung wie der Teufel das Weihwasser — bricht ihm doch damit, entsprechend der Rechenlogik der Mindestreserve, pro zurückgezahltem Wert das Fünfzigfache als Reservebasis fort, vom möglichen Einkassieren der Zinsen samt Zinseszins ganz zu schweigen.

Das Aufblähen der Geldmenge ist de facto eine stille Enteignung der Bürger — und ein überaus geschickter Schachzug, denn diese entrüsten sich dann jedesmal über die vermeintlichen Schuldigen der Preissteigerungen: die bösen Energiekonzerne oder Versorgungsunternehmen, die bösen Vermieter und überhaupt die bösen Kapitalisten, die immer nur mehr Geld von ihnen wollen.

Das Geldcasino als verstecktes Profit- und Umverteilungssystem

Unser aktuelles Geldsystem ist nichts anderes als ein geschickt bemänteltes Umverteilungsspiel. Das Geld läßt sich durchaus vergleichen mit dem Chipgeld eines Spielcasinos. Aus dem mit Chipgeld (legalem Falschgeld) arbeitenden Casinobetrieb wird ständig ein gewisser Teil herausgezogen und in echte Werte für die Casinobetreiber umgewechselt. (Den genauen Hintergrund habe ich bereits in dem Beitrag Staatsgeld und Marktgeld, Abschnitt "Staatsgeld ist Spielbankgeld" beschrieben. ) Die am Casinospiel Beteiligten (also hier: alle einfachen Bürger eines Landes) ähneln in ihrer Funktion Milchkühen, die, während sie Milch (Arbeitsleistung) produzieren, nicht wissen, daß ihnen ein Teil davon gestohlen wird. Und dieser Teil wird mit mathematischer Zwangsläufigkeit schrittweise und ganz automatisch immer größer.

Entscheidend ist hierbei: Keiner soll das Geldsystem verstehen: erst so ist der Betrug im großen Stil möglich. Das Geldsystem funktioniert wie ein Zaubertrick des Magiers David Copperfield: Alle haben sein Wirken vor Augen, aber nur der Urheber kennt das dahinterstehende Geschäftsgeheimnis. Und bekanntlich versieht sich das Geldsystem mit einem möglichst amtlichen, honorigen Ambiente: siehe das Erscheinungsbild der Banken, mit dem elitären, gediegenen, scheinbar seriösen Auftreten der Bankiers und Bankangestellten, mit dem Stil scheinbar "kompetenter Fachberatung", siehe das Argument der "sicheren Aufbewahrung" des Geldes, und so weiter.

In Wirklichkeit ist das herrschende Geld- und Bankensystem ein Umverteilungsmechanismus: es dient zur Auspressung und Enteignung der darin unwissend Involvierten, also der großen Masse aller Bürger eines Staates. Und genau dazu ist es konstruiert! Hat es sich erst einmal eingenistet, wirkt es wie ein Krebsgeschwür: Durch seinen eingebauten Schneeball-Mechanismus breitet es sich immer mehr aus und zieht die Energie und und die Werte der Involvierten in seine eigenen Kanäle ab, schmarotzt also Lebenskraft auf Kosten der Wirtsorganismen. Seine Macht wächst entsprechend der inneren Systemlogik automatisch und unaufhaltsam.

Noch einmal zu diesem versteckten Regelwerk, das die Umverteilung verursacht: Die "Kunst" besteht darin, ein auf dem Fiatgeld basierendes Geld- und Bankwesen staatlich zu installieren und per Gesetz als allgemeinverbindlich zu postulieren. Aus ungedecktem Falschgeld wird dann ungedecktes legalisiertes Falschgeld. Nur so läßt sich verhindern, daß der Bürger nach dem Gresham'schen Gesetz aus dem minderwertigen, weil ungedeckten Geld flüchtet und sich stattdessen zu echtem, weil gedecktem Geld hinwendet.

Grundlage dafür ist das Papiergeld, das jederzeit zu minimalen Kosten in beliebiger Menge gedruckt werden kann. Prototyp und historisches Vorbild aller staatlichen Fiatgeld-Systeme ist die Bank of England, eine nur dem äußeren Schein nach staatliche Zentralbank.

Zentralbanken dienen der Tarnung von Privatinteressen anonymer Fädenzieher

Als der englische König Wilhelm nach einem halben Jahrhundert Kriegsführung gegen Frankreich und zahlreichen Bürgerkriegen verzweifelt nach einer neuen Geldquelle suchte, wurde ihm 1694 von einer Gruppe von Privatleuten vorgeschlagen, eine Zentralbank zu akzeptieren, die unter anderem auf folgenden Regeln basierte: Die Bank würde das Monopol zur Ausgabe von Papiergeld erhalten; dieses wäre von nun an alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel in England. Das Papiergeld wäre im wesentlichen ungedeckt. Für das von der Zentralbank bereitgestellte "Geld aus dem Nichts" sollte die Regierung Zinsen in Höhe von acht Prozent zahlen. Ferner könne die Privatwirtschaft nun ebenfalls Kredite bei der Bank aufnehmen (also ebenfalls Schulden machen) und würde auch dafür wieder Zinsen an die Zentralbank zahlen.

Schon von Anbeginn an ist Täuschung der Öffentlichkeit eines der bestimmenden Kennzeichen dieser Art von Geld-Institution. Denn bei dem neuen Konzept dieser Zentralbank, die sich mit dem irreführenden Titel "Bank of England" schmückte, handelte es sich nur dem äußeren Anschein nach um eine staatliche Einrichtung. In Wirklichkeit aber war es eine von anonymen Hintermännern kontrollierte Privatbank. Heute wird immer gerne das Argument angeführt, der private Status solcher Konstruktionen würde ihre "Unabhängigkeit" garantieren. Aber Unabhängigkeit wovon? Bei näherem Hinschauen wird man feststellen, daß es hier von vornherein um die Interessen einer kleinen privilegierten Clique geht, die die Steuerungsmacht über das gesamte Geldwesen eines Volkes erhält.

Gerade in diesen Tagen wird in den USA versucht, eine Offenlegung der Machenschaften der Zentralbank FED gegenüber demokratischen Instanzen zu erreichen — bislang vergeblich. Auch dieses Federal Reserve System war, ganz dem Modell der Bank of England gemäß, 1910 von einer heimlich kooperierenden Interessengruppierung der mächtigsten amerikanischen Privatbankiers initiiert worden und hatte sich durch eine Reihe von geschickten Manipulationen 1913 im Kongreß legalisieren lassen. Damit wurde die Grundlage der heute weltweit dominierenden Falschgeldwährung, dem US-Dollar, geschaffen. (Siehe Edward G. Griffin: Die Kreatur von Jekyll Island — Die US-Notenbank Federal Reserve)

Auch die europäische Gemeinschaftswährung Euro ist übrigens zu 80% mit Dollars gedeckt — das wird immer wieder vergessen. Weltleitwährung ist und bleibt (bis zu seinem voraussehbaren Kollaps) der US-Dollar des FED, und der 1694 installierte Abschöpfungstrick funktioniert heute besser denn je, da die Schuldensumme inzwischen ins Astronomische gewachsen ist und — ganz sicher zur Freude der Hintermänner des Systems — immer schneller explodiert.

Kurzsichtige Kritiker folgern aus der Konstruktion der Zentralbank als privater Institution gerne, man müsse einfach das ganze Geldsystem verstaatlichen, das Spielcasino also vom Staat führen lassen, und habe damit das ganze Problem gelöst. Der Staat werde dann sicher für mehr "Gerechtigkeit" sorgen. Auf dieses Argument sowie auf das Konzept eines staatlichen Schwundgeldes gemäß Silvio Gesell bin ich ebenfalls schon in dem Beitrag Staatsgeld und Marktgeld eingegangen und möchte das hier nicht wiederholen. Im Kern läuft alles immer auf die Frage "Falschgeld oder echtes Geld?" hinaus, also auf das Kriterium der Wertdeckung (siehe meine Abhandlung Der Irrtum des sozialistischen Geldverständnisses). In der Natur des ungedeckten Geldes liegt es, daß es zu geringsten Kosten beliebig herstellbar ist und damit bereits die Saat des Betrugs gesät ist. Wer würde der Verlockung denn je widerstehen können, sich selbst Falschgeld machen zu können, wenn dieses allgemein akzeptiert werden muß und somit echte Werte tatsächlich substituieren kann? Ebendas ist mit echtem Geld nicht möglich, weil keiner die Möglichkeit hat, dessen Wertdeckung zu fälschen. Nur so ist das Geld gesund und vertrauenswürdig, alles andere läuft zuerst auf Betrug und später, wie Mephisto in der einschlägigen Szene im Faust II so treffend sagt, "auf Vernichtung hinaus".

Klassische Betrugssysteme: Kettenbriefsystem, Pilotenspiel, Schneeballsystem, Pyramidensystem, Ponzi-Scheme, System Madoff

Wie das Kettenbriefsystem funktioniert, sollte schon fast jeder selbst einmal miterlebt haben. Dessen Logik basiert darauf, daß, um den Vorgang am Laufen zu halten, immer neue Teilnehmer angeworben werden müssen. Anfang der 1980er Jahre grassierte in Deutschland das sogenannte Pilotenspiel, auf das seinerzeit einige Personen aus meinem Bekanntenkreis hereinfielen, darunter sogar ziemlich hochgebildete Leute. Es wurde dann später verboten. Einige Beteiligten verdienten zu Beginn recht gut daran, und es kam regelrecht in Mode, im Bekanntenkreis herumzufragen und zu versuchen, weitere Mitspieler zu gewinnen. Man könne auf diese Weise schnell und leicht zu viel Geld kommen, wurde argumentiert. Jeder könne sich ja am Beispiel der erfolgreichen Spielinitiatoren selbst überzeugen, wie profitabel die Sache ablaufe.

Die Logik des "Pilotenspiels" entspricht dem Kettenbriefsystem, nur daß hier, statt bloß Briefe zu schreiben, Geld an die im System vorrangigen Spielpartner zu zahlen ist. Der Urheber des Spiels kassiert nun immer mehr, die ersten Teilnehmer werden ebenfalls sukzessive reicher, während die an der Peripherie hinzustoßenden Teilnehmer zuerst einzahlen und dann durch Anwerben neuer Teilnehmer selbst zu verdienen beginnen. Andere für solche Konstrukte verwendeten Bezeichnungen sind Schneeballsystem oder Pyramidensystem; diese Begriffe veranschaulichen bereits den Kerngedanken.

Bezogen aufs Finanzwesen gilt das von Charles Ponzi installierte Konzept als besonders typisch und exemplarisch. Ponzi versprach auf die an ihn gezahlten Einlagen Renditen, die beträchtlich höher waren als im sonstigen Finanzwesen üblich. Hierdurch erhielt er enorme Summen, mit denen er sein System am Laufen halten und es dann immer schneller expandieren konnte. Wurde jemand skeptisch und wollte den vertragsgemäßen Gewinn sofort ausgezahlt bekommen, so erhielt er dieses Geld von Ponzi auch tatsächlich — was sehr zur Bildung von Vertrauen beitrug.

Da immer mehr Kunden auf dieses System aufmerksam wurden, verbreiterte sich das finanzielle Volumen der Firma rapide. Zu seinen Glanzzeiten nahm Ponzi täglich eine Million Dollar ein und stand sogar vor der Aufgabe, zusätzlichen Speicherraum für die vielen Geldscheine finden zu müssen. Erst durch eine Verkettung verschiedener Umstände flog der Schwindel schließlich auf. Alle Einzahler waren natürlich um ihr komplettes Guthaben betrogen und erhielten keinen Cent zurück.

Im Gegensatz zum Kettenbriefsystem (z.B. Pilotenspiel) spart sich dieses System sogar die Mühe eines Anwerbens neuer Teilnehmer. Diese melden sich aufgrund der erhofften Gewinne (man könnte auch sagen: durch Gier) ganz von selbst und bitten um Mitgliedschaft.

In neuerer Zeit erregte der Fall des Finanzexperten und ehemaligen NASDAQ-Verwaltungsratschefs Bernard L. Madoff großes Aufsehen. Madoff erleichterte die von ihm "beratenen" Klienten, darunter etliche schwerreiche Prominente, um rund 65 Milliarden Dollar. Weltweit direkt oder indirekt betroffen waren rund drei Millionen Personen. Auch bei dem hier etablierten Finanzierungskonstrukt wurde mit dem eingezahlten Geld ein Pyramidensystem aus immer neuen Schulden geschaffen, das sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitete. Derartige Modelle haben miteinander gemeinsam, daß sie früher oder später kollabieren müssen, denn die immer stärker wachsenden Schulden werden irgendwann fällig und können nicht mehr gedeckt werden.


Süddeutsche Zeitung vom 29.6.2009:

Der New Yorker Finanzier Bernard Madoff hat gestanden, ein gewaltiges Schneeballsystem betrieben zu haben. 65 Milliarden Dollar verbuchte er in seinen Bilanzen. Doch statt darauf die versprochenen Renditen zu erwirtschaften, zahlte er alten Investoren aus, was er bei neuen eintrieb, bis kaum noch etwas übrig blieb.

Die Verletzlichkeit der Zivilisation

Der Leser sollte nach Lektüre unserer obigen Erläuterungen zum Falschgeldsystem gemerkt haben, daß es sich im wesentlichen bei all diesen Konzepten im Kern um immer den gleichen Betrugsmechanismus handelt: In der Mitte sitzt wie eine Spinne die Person oder kleine Gruppe von Personen, die die von außen einfließenden Werte abschöpfen, während nach außen hin immer mehr Beteiligte zur Zahlung herangezogen werden. Da das Gesamtsystem aber aufgrund der nicht vorhandenen Wertdeckung (die sich immer mehr verstärkt) wie ein "Schwarzes Loch" (im Universum: Antimaterie, die Materie verschluckt, vgl. Astrophysik) verhält, kommt es zu einem Vernichtungsstrudel, der die am System Beteiligten erfaßt und aufsaugt.


Leserbrief an das Magazin Focus vom 17.1.2009:

Ich verstehe überhaupt nicht, warum man jetzt Herrn Madoff anklagt. Unsere Bundesregierung macht doch genau dasselbe. Sie verkauft Bundesanleihen, die sie nie wieder bedienen kann und zahlt die Zinsen mit dem Verkauf neuer Bundesanleihen. Das gleiche Madoff-Schneeballsystem, nur im weit größeren Stil.

Mit unserem herrschenden Geldsystem wird es sich genauso verhalten wie bei allen anderen Schneeballsystemen: Sobald es nicht mehr durch neue Kredite (Schulden) zu stützen ist, beginnt es zu kollabieren. Dann ist auf einen Schlag solch ein Euro-Geldschein, auf dem irgendein nomineller Zahlenwert steht, nur noch das Papier wert — man kann ihn nicht mehr eintauschen. Sobald dies allgemein bekannt wird, bricht natürlich die schlimmste aller Paniken auf, Panzer fahren vor den Banken auf, in den Lebensmittelläden finden brutale Plünderungen statt und das gesamte öffentliche Leben erleidet einen Totalzusammenbruch.

Geld ist nun einmal einer der bestimmenden Grundpfeiler unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, also der gesamten modernen Zivilisation. Da praktisch alle Wert-Transaktionen via Geld ablaufen (man denke nur an den Einkauf von lebensnotwendiger Nahrung), würde ein Zusammenbruch des Geldes durch Totalentwertung zugleich auch zur Unterbrechung aller vitalen gesellschaftlichen Lebensströme führen — vergleichbar dem völligen Stoppen von Blutkreislauf und Nervenfunktionen im menschlichen Organismus. Genau so, wie die Täuschungskonstrukte von Ponzi und Modoff im abrupten Kollaps und im kettenreaktions-artigen Bankrott aller passiv Beteiligten endeten, wird auch das herrschende Geldsystem als Täuschungskonstrukt von globalen Ausmaßen in seinem Endstadium zu einem kompletten Kollaps und einer umfassenden Katastrophe führen.

Es gibt hier nichts zu "reformieren" — das versteht, wer die beschriebene Natur einer Kettenreaktion bei Pyramidensystemen einmal verstanden hat. Die Wahrheit bricht erst zum Schluß hervor, und es ist praktisch die Wahrheit, die die endgültige Katastrophe erst bewirkt. Deshalb wird ja zur Zeit auch seitens aller verantwortlichen Politiker und Finanziers (sofern sie in das "Geheimwissen" des Geldsystems eingeweiht sind) so entschlossen versucht, jegliches Aufkeimen von Aufklärung bereits im Vorfeld zu verhindern.


Wikipedia (Schneeballsystem):

Das System bricht zusammen, wenn sich eine größere Zahl der Anleger der Natur des Systems bewußt wird und versucht, ihr Geld zurückzuerhalten.

Kollaps des Geldsystems führt zum Abrutschen in den Faschismus

Totalitäre Systeme sind im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß eine Minorität imstande ist, ihre politischen Vorstellungen einer großen Mehrheit von Bürgern aufzunötigen. Nun ist das Geldsystem erstens nie demokratisch zustandegekommen, sondern es wurde den Bevölkerungen der Länder untergeschoben — genauso wie man viele technische Mechanismen etabliert hat, ohne daß jemals darüber abgestimmt worden ist. Es hat sich einfach so ergeben. Daß nun die Geldkrake immer mächtiger und einflußreicher wird, liegt in ihrer Natur. Und zweitens: Eine nachträgliche Befragung der Bevölkerung wird auch nicht mehr stattfinden, denn dazu ist die Machtansammlung bereits zu weit fortgeschritten, als daß sie sich noch freiwillig infrage stellen ließe — schließlich vollzieht sich ja das gesamte Wirtschafts- und Kulturleben bereits entsprechend der vorgegebenen Logik. Den Menschen ist das alles schon genauso in Fleisch und Blut übergegangen wie die Tatsache, daß morgens die Sonne auf- und abends wieder untergeht. Es ist Teil des heutigen Weltbildes, und da übertrifft die Bedeutung des Falschgeldwesens inzwischen sogar schon die Bedeutung der traditionellen Religionen.

Da das Geldsystem aber nicht stabil ist, sondern aufgrund der immer stärker anwachsenden Schulden — also der immer geringeren Wertdeckung und der sich entsprechend aufblähenden Kreditblasen — in zyklische Krisen gerät, kommt es zur Bailout-Nötigung. Diesen zwangsläufig eintretenden Mechanismus habe ich in einem eigenen Beitrag (Bailout: Warum am Ende immer der Steuerzahler zahlen muß) bereits behandelt. Dort wurde auch erklärt, daß diese Logik von den Architekten des Systems vorausgesehen wurde und eindeutig gewollt ist. Durch den Bailout findet dann die eigentliche Umverteilung von unten nach oben, von der Masse hin zu den Wenigen statt.

Mittels Bailout-Erpressungsmechanismus werden die Regierungen von den Fädenziehern, also den im Verborgenen bleibenden Großfinanziers, in Geiselhaft genommen. Nun müssen die Politiker reagieren. An wen sie sich nun in der Not wenden? Da bleibt natürlich nur die eigene Bevölkerung. Diese muß jetzt bluten, d.h. sie wird so lange geschröpft und ausgenommen, bis nichts mehr da ist. Politiker haben aber eine besonders typische Eigenschaft: Sie nennen die wahren Verhältnisse niemals beim Namen, sondern sind besonders kreativ im Erfinden von Vertuschungen, neuen Namensschöpfungen und propagandistischen Manövern, mit denen sie die unangenehmen Tatsachen an ihre Wähler verkaufen. Die Zwangsmaßnahmen werden nicht nur als notwendig und hilfreich gepriesen, sondern indem man an die unterschwelligen Ängste und Ressentiments der Menschen appelliert, schafft man es, die demokratischen Grundrechte immer mehr abzuschaffen und den Staat zu einem bürokratischen Monster anwachsen zu lassen, das sich immer mehr Energien und Ressourcen der Menschen einverleibt. Die Demokratie stirbt und wird von einem totalitären Regime ersetzt — natürlich immer unter anderem, angeblich humanerem Mäntelchen.

Faschismus, das ist die Einheit von Wirtschaftsinteressen und Staat. Genau an diesen Punkt führt uns ein Geldsystem, das auf eine Minorität zugeschnitten ist, die sich auf einem breiten Fundament von Millionen Menschenschicksalen erhebt wie eine winzige Nadelspitze, die nur aus einigen wenigen Mega-Reichen und heimlichen Mächtigen besteht. Diese haben auch das Geld und die Mittel, um das Volk via Massenmedien entsprechend einzulullen und ihm sämtliche politischen Veränderungen als gut und sinnvoll zu suggerieren.

Eine immer massivere Propagandawalze überrollt die Bevölkerung

Natürlich kommen auch die Politiker und die Massenmedien nicht daran vorbei, auf die immer stärker zutage tretenden tiefgreifenden Auswirkungen des Betrugseffektes, den das Falschgeldsystem verursacht, einzugehen. Da ist von "Regulierung der Finanzmärkte" die Rede, und natürlich immer wieder von neuen Steuern, die die "Gier" der Banker und Spekulanten eindämmen sollen. Die gegebenen Erklärungen führen jedoch praktisch alle am eigentlichen Thema vorbei und sind nichts als Ablenkungsmanöver. Unwissenheit, Desinteresse oder korruptes Decken der Hintermänner herrschen vor. Und das betrifft sämtliche Parteien. Als einzige Ausnahme ist in Deutschland die neugegründete Partei der Vernunft zu nennen, die sich auf die Österreichische Schule der Ökonomie beruft. Der einzige Bundestagsabgeordnete, der das Geldsystem und seine Konsequenzen verstanden hat, ist Frank Schäffler von der FDP — leider steht er damit auch innerhalb seiner eigenen Partei isoliert und allein auf weiter Flur da.

Wie eingangs erwähnt, ist es von vitaler Bedeutung, das Kartell des Schweigens, Vertuschens und der gewollten oder ungewollten Ignoranz zu durchbrechen und die wahren Hintergründe des Falschgeldes mehr und mehr ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Nur so besteht eine Chance, rechtzeitig eine "kritische Masse" von Verständigen aufzubauen, um das Abgleiten des Staates in den Faschismus zu verhindern.

Insbesondere in Staaten wie Deutschland, wo die Obrigkeitsgläubigkeit eine besonders lange Tradition genießt, fällt es den Menschen schwer, eine nüchterne, aufgeschlossene und vor allem eigenständige Sichtweise des vom Staat unterstützten Geldsystems zu entwickeln. Es wird einfach immer das geglaubt und verinnerlicht, was der Staat verordnet — den von oben kommenden Maßgaben wird ein ungleich größerer Vertrauensvorschuß eingeräumt als Aufklärungstexten wie dem hier präsentierten. Von "Betrug" zu sprechen fällt dann auf den Aufklärer zurück und macht ihn in den Augen der Unwissenden schnell unglaubwürdig. Klingt doch dieses Wort in den Ohren von braven, konformistischen Bürgern allzu schrill und provokant.

Man sollte sich aber in diesem Zusammenhang eines ganz grundsätzlich vor Augen halten: Nur weil der Staat etwas tut, ist es noch lange nicht vertrauenswürdig — ja, es ist noch nicht einmal notwendigerweise legal. Das beweisen die Beschlüsse zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan, der für lange Zeit nicht als Kriegseinsatz bezeichnet werden durfte, weil damit seine Grundgesetzwidrigkeit allzu offen zutage getreten wäre. Erst nachdem die Bevölkerung jahrelang an diesen Einsatz gewöhnt wurde, brachte man ihr auch den inzwischen unvermeidlichen Begriff "Krieg" bei, langsam, schonend und mit Engelszungen vielstimmiger Propaganda. Ähnlich verhielt es sich mit den Finanzierungsbeschlüssen zur Abwendung des griechischen Staatsbankrotts. Obwohl ein Bailout ganz klar (und sogar unbestritten) gegen alle bisherigen europäischen Vereinbarungen, Gesetze und Verträge zur Euro-Währungsunion verstieß, und obwohl unsere Politiker ständig versichert hatten, eine solche Maßnahme käme nicht in Betracht, wurde sie dennoch beschlossen. Ebenso der Verrat an den bisherigen Stabilitätsregelungen durch unverhohlenes Gelddrucken, wodurch die Währung nun unabsehbaren Schaden erleidet.

Es läßt sich einfach nicht beschönigen: Der Staat hält sich nicht an seine eigenen Gesetze. Er hat die Macht, und wenn er diese Macht mißbraucht, gibt es erst einmal keine Instanz, die ihn daran hindern könnte. Auch die obersten Gerichte, in die viele rechtsstaatlich gesonnene Bürger ihre letzte Hoffnung setzen, unternehmen diesbezüglich nichts — Gewaltenteilung ist in Deutschland nur ein Mythos, ist aber nirgendwo ausdrücklich festgeschrieben und findet de facto auch nicht statt. Sondern bei den dort sitzenden obersten Richtern handelt es sich um nichts anderes als um Parteigenossen derselben Parteien, die in der Regierung gegen Gesetze verstoßen.

Der Staat tritt nicht nur als Verräter von Bürger- und Volksinteressen auf, indem er maßlose Geldverschwendung betreibt und eine Wirtschaftspolitik im Sinne von Konzernen und Banken führt, sondern er kann auch ohne Gewissensnot die Mörderrolle übernehmen. Er kann junge Soldaten in ungerechtfertigte Kriege schicken und dort sterben lassen. Dies sind alles Tatsachen, und wer in Ruhe darüber nachdenkt und sich dann am besten auch noch die Geschichte der letzten hundert oder zweihundert Jahre anschaut, wird die Berechtigung meiner Aussagen nicht mehr bestreiten können. Warum dann aber die Weigerung, den Staat auch als Geldbetrüger zu erkennen? Entweder man ist zu einer unabhängigen Sicht imstande und macht sich von der Thematik sein eigenes Bild, auch wenn dieses den Politikermeinungen und den glatten Phrasen, wie sie die Massenmedien verkünden, widerspricht, oder man hat das eigene Urteilsvermögen ohne Not preisgegeben. Und damit sind wir, wie ich finde, am eigentlichen Dreh- und Angelpunkt angelangt — nur hier, in jedem einzelnen von uns, entscheidet sich alles, und nicht, wie immer angenommen, irgendwo "draußen", bei den angeblich so wichtigen Politrepräsentanten.

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