Die feuchten Träume der Sozialisten

Sind, ihnen selbst unbewußt, von Idealvorstellungen folgender Art bestimmt: Die Wirtschaftssubjekte — Unternehmer, Selbständige, Freiberufler und andere Arten von originär Schaffenden — gehen ihrer Tätigkeit nach wie Kühe auf der Weide, die dort grasen und Milch erzeugen. Genauso erzeugen die Wirtschaftssubjekte Leistungen. Der Sozialist sieht sich als Bauer, der die Milch, also die Leistungen, abzapft und verteilt. Seine Utopie ist: die Organisation und die Funktionäre, die diese Verteilung vornehmen, denken stets “im Sinne aller”, also maximal gerecht. Sie sind quasi von einem höheren Geist erfüllt. Während die Wirtschaftssubjekte, genau wie die Kühe, erst einmal nur blind und instinktiv Leistung bzw. Milch erzeugen, haben die Funktionäre einen Weitblick, der sie befähigt, stets genau zu erkennen, wohin die vorhandenen Werte am besten gehören und wem sie zustehen. Sie haben natürlich auch einen entsprechend höhergebildeten Charakter; sie sind maximal moralisch, christlich, umweltfreundlich, sozial (brüderlich mitfühlend) und solidarisch gesonnen.

Der Markt, das ist die Kuhweide. Von dort her kommen die Leistungen und Werte. Der Markt muß natürlich reguliert und beaufsichtigt werden, damit dort alles mit rechten Dingen zugeht. Dafür ist der Bauer, also der sozialistische Funktionär, zuständig. Ohne ihn bräche natürlich das Chaos aus. Wenn der Markt aber richtig an die Leine genommen und seiner eigentlichen Bestimmung, der Erbringung von möglichst vielen und möglichst guten Produkten für die allgemeine Verteilung, gerecht wird, profitiert die Gesamtheit der Gesellschaft auch am besten. So ist für alle gesorgt, und jeder ist an seinem richtigen Platz.

Ich muß schon sagen: Wer bei solchen Träumen nicht höchstes Glück erfährt, den könnte man glatt beneiden.

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