Sozialismus reloaded - blechern aus dem Megaphon

Diese bei hartgeld.com zu findende Erlebnisschilderung eines Mit-Demonstranten bei der ‘Occupy’-Bewegung bringt sehr plastisch heraus, wie unwissend und schmalspurig das ideologisch vorfixierte Denken der Kapitalismuskritiker ist:

In ganz Europa, angeblich weltweit, sollten heute Leute in Solidarität mit den USA-Demonstranten auf die Straße gehen. Auch in jeder deutschen Großstadt. Ich schaute mir das in Augsburg an. Auf dem Platz vor dem Rathaus vielleicht 100 Leute. Eine aggressive, allwissende Maschinenstimme aus einem Lastwagen, hörbar schon von weitem.

Werbestände für Attac, für die Violetten, die für ein arbeitsfreies Grundeinkommen warben. Nette, aber irgendwie doch schlecht informierte alte Menschen. Eine Menge, die wie bei einem Gewerkschaftstreffen zum Zuhören verdonnert war, da war überhaupt kein Kontakt zwischen den Menschen.

Dann die schäumende, alles erklärende Blechstimme aus dem Lkw. Die schon Antworten wusste, ehe die Frage überhaupt aufgetaucht sein würde. Die Blechstimme gehörte einem Sozialisten, dem die Schulung, das Schmettern der eigenen Vorstellungen (die er mit Wahrheit verwechselt), das Ausschalten des Gegners (ich würde mal sagen: aller Andersdenkenden, Anderswahrnehmenden) und die graue, geistig-uniformierte, fast behördenartige Ausstrahlung anzusehen waren.

Nur: das, was ich mir erhofft hatte, ins Gespräch zu kommen, gemeinsam eine Bestandsaufnahme vorzunehmen - genau das passierte nicht. Der Blecherne wusste ja schon alle Antworten, ehe auch nur eine/r eine Frage hätte stellen können (im Sinne eines Austausches von Fragen und Erfahrungen, wie sie aus den Zusammenkünften der Menschen in Griechenland und Spanien und den USA berichtet wurden).

Hier war so einer wie Martin Schulz, der weiß, dass er im Besitz der alleinigen Wahrheit ist, und dass die anderen, die nicht so sehen, denken, fühlen wie er, eine Schande sind, die am besten ins Straf-Lager gehört, das Martin Schulz, der Lagerleiter der SPD im Europ. Parlament, leitet.

Jemand anders kam ja garnicht an gegen diese laut-gestellte Maschinenstimme von der Ladefläche des Lkw’s.

DA WURDE DEUTLICH GEMACHT: MIT UNS GIBT ES KEINE GLEICHHEIT, KEIN GEMEINSAMES ANSCHAUEN DER SITUATION  - AUCH BEI UNS  GIBT ES NUR EIN OBEN UND UNTEN.

Unterwerfe Dich der rechten (= sozialistischen) Lehre. Die Kapitalisten sind schuld an allem.

Dass die SPD und die Grünen für den Hochverrat des sog. Rettungsschirms mitgestimmt haben, als brave Pudel der Hochfinanz und für Eurobonds sind, das fehlte in den Aussagen.

Dass einer Kapital erspart hat und mit hohem Risiko Arbeitsplätze schafft, dass der dann ein Schwein und Ausbeuter ist, nicht aber der Oligarch, der aus seinem Geld Macht generiert, indem er Politiker, Kirchenmänner, Richter besticht — das war ein einfaches Konzept, zum millionsten Mal wiedergekäut, und doch nicht wertvoller durch Wiederholung. Dass die Parteien mit ihrer Überschuldung der Staaten das Unheil mit angerichtet haben, das sagte dieser Blecherne Schreihals nicht, konnte ich auch nicht sagen, denn gegen die Blechstimme kam ja keiner an.

Arm, sehr arm  das Ganze. Schade, dieses Land, diese Stadt hätte besseres verdient, als den millionsten Dumm-Schwätzer-Aufguss einer Sozi-Beamten-Natur in dieser wirklich neuen, harten Zeit, wo Solidarität erforderlich wären, nicht die Unterwerfung unter tausendmal gescheiterte alte Konzepte und ihre geistigen Wiederholungs-Beamten aller Kirchen und Parteien, Gewerkschaften, Vereine, Zeitungen, Fernsehsender.

Weiterer Kommentar dort:

Ja, es ist eine Kapitalismuskrise, weil es seit 40 Jahren keinen Kapitalismus mehr gibt:

Die bedauerlicherweise sowohl von der Occupy-Bewegung und in weiterer Folge durch überflüssige linke Aktivisten und schuldhafte Sozialisten missverständlich, vorsätzlich und falsch angeprangerte Ursache für den Zusammenbruch des Weltfinanzsystems, nämlich der Kapitalismus, macht marxistische Lösungsansätze salonfähig.

In Wahrheit handelt es sich aber um eine Krise des Fremdkapitalismus und des Fiat-Moneys, welche von der stimmenkaufenden Umverteiler-Demokratie sowie widerwärtigen Finanz-Gierschlünden 1971, mit Beendigung von Bretton Woods, ins Leben gerufen wurde und zur Zerstörung des eigenkapitalorientierten Kapitalismus geführt hat.

Keynes, Friedman und andere Schwerverbrecher haben die Gebrauchsanweisung für die Umsetzung dieser gekauften Demokratie inkl. des heutigen Goldverbots (durch Golddrückung sowie mediale Antipropaganda) geliefert. Wenn wir davon den überflüssigen Scheinwohlstand abziehen, bleibt ein kommunistisches Gebilde übrig, in dem sich totale Antiunternehmer, spielsüchtige Banker-Psychopathen und Konzern-CEO´s, sowie total vertrottelte Politiker das Wirtschafts- und Finanzsystem und die durch Scheinwohlstand geschädigte Bevölkerung untertan gemacht haben.

So gesehen wird der kommende Zusammenbruch des verlogenen und scheindemokratischen Kommunismus kurzfristig zum realen Kommunismus nach sowjetischem Vorbild führen, um kurze Zeit später in sich zusammenbrechen.

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    Notes

    1. von radio-reschke gepostet