Ein anderes HiK- Arbeitsblatt erläutert eindrucksvoll, wie Vater Staat in der Finanz- und Wirtschaftskrise an allen Ecken und Enden bienenfleißig stabilisiert, sichert, fördert und hilft. Woher er das Geld für seine vielen Wohltaten nimmt, können dieses Arbeitsblatt und auch die anderen Unterlagen leider nicht beantworten – ebenso wenig wie die Frage, was das Ganze mit Inflation, gedecktem Geld und der Rolle des Papiergeldes zu tun hat. Stattdessen wird lieber nochmals bekräftigt, dass wirklich alles in bester Ordnung ist – schließlich haben die Experten das versprochen…

Kinder und Jugendlichen sollen durch diese Materialien wohl kaum zu eigenverantwortlichem Umgang mit Finanzen befähigt, sondern zu möglichst kritikloser Akzeptanz des herrschenden Geldsystems bewegt werden. Das führt natürlich nicht dazu, dass sie als Erwachsene – ebenso wenig wie die meisten von uns – das System hinterfragen und sich gegen die Verfehlungen im Finanzsektor auflehnen. Dies beantwortet auch die Frage, warum wir alle so wenig von wirtschaftlichen Zusammenhängen verstehen und wir alle blindlings ins Verderben laufen.

Es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob die Lehrer unserer Kinder kritisch genug sind, um die Indoktrinationspotentiale solcher „Aufklärungsmaterialien“ zu erkennen und ihre Schüler davor zu schützen. Das darf leider bezweifelt werden, denn die Mehrzahl der Lehrer dürfte selbst kaum über echtes Wissen zu Geld verfügen. So wird auch die nachwachsende Generation noch eine ganze Weile an Papiergeld und staatliche Fürsorge glauben und erst nach großen Verlusten mit verschiedenen Anlagen aus dieser Träumerei aufwachen.

Finanzbehörden in der Schule: Was der Staat seiner Jugend übers Geld erzählt, Gerhard Spannbauer, Krisenvorsorge.com ,19.03.2010
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