Das wirkliche Deutschland

Es gibt noch ein anderes Deutschland als jenes, das zur Zeit in der Medienöffentlichkeit präsentiert wird. Präsentiert wird die Selbstverleugnung eines Volkes, das sich bis zur Unkenntlichkeit und bis zur völligen Vergessenheit der Wurzeln seiner Kultur hat verfälschen und pervertieren lassen.

Die “neue” Rechtschreibung, die für jeden vernünftigen Menschen sofort ersichtlich eine Falschschreibung ist, war für mich ein Vorbote gewesen: man macht den Deutschen ihre Sprache, die eine der besten, subtilsten, kunstvollsten und genauesten der Erde ist, kaputt. Mit der Sprache trifft man den Kern, das Herz der Kultur. Des weiteren macht man ihnen ihre Geschichte kaputt, indem man eine Periode der wahnvollen Maßlosigkeit als repräsentativ erklärt und alle anderen, besseren Phasen verdrängt und verleugnet. Man erzieht sie zu Scham, Schuld und Bedauern, und überträgt diese Bürde auch noch auf alle weiteren, bislang völlig unschuldigen Generationen. Dann impft man ihnen eine multikulturelle Ideologie ein, die mit der falschen Prämisse arbeitet, Kulturen würden durch Vermischung und Gleichmacherei gestärkt. Damit ist dann der Boden für die sogenannte “europäische Integration” bereitet, die nichts als ein Vorwand ist, um Deutschland als starkes Land mit einem starken, leistungsbereiten und inspirierten Volk soweit zu schwächen, daß es seine Zukunft im Vielerlei von Kulturen und Nationen sieht, aber keinen Wert mehr darauf legt, eigene Vorzüge und Merkmale weiterzuentwickeln. Mit anderen Worten: Man radiert per ideologischer und kultureller Gehirnwäsche die Identität eines Landes aus, damit es für die anderen besser benutzbar wird — natürlich in deren Interessen und zu deren Vorteil.

Rückbesinnung auf die eigene Identität, die eigenen Stärken und Fähigkeiten wäre aber, übertrüge man das Beispiel auf einen individuellen Menschen, in keinster Weise schädlich oder gefährlich, sondern ganz im Gegenteil der einzig richtige Weg. Nun muß man aber ein Volk wie das Deutsche soweit bringen, daß es selbst glaubt, es verhielte sich mit einer menschlichen Gruppe genau umgekehrt.

Das wirkliche Deutschland kann aber gar nicht zerstört werden; selbst die stärkste Gehirnwäsche wird nichts an den grundsätzlichen Gegebenheiten ändern. Man kann auch einen Adler nicht zum Huhn machen, selbst wenn man ihn jahrelang auf einem Hühnerhof hält und ihm suggeriert, er wäre ein Huhn. Das Denken allein, und auch falsches Denken allein, ändert nicht das Wesentliche, sondern immer nur die Fassade. Mit dem weiteren Verlauf der Systemkrise (die eine vom betrügerischen Geldsystem angefachte Gesellschafts- und Kulturkrise ist) werden wir nun immer deutlicher miterleben, wie gerade die zunehmende Behandlung der Deutschen als angebliche Trottel und als Manövriermasse für plumpe Manipulationen eher das Gegenteil dessen zeitigt, was von den Fädenziehern bezweckt ist. Es muß erst ein bestimmter Druck entstehen, bevor Rückbesinnung stattfindet, und was wir jetzt erleben, ist die Erhöhung dieses Drucks.

Auf eine Weise ist es genau das, was uns hilft. Wichtig finde ich aber, daß die Gewahrwerdung der eigenen Würde und Stärke dieses Volkes nicht erst — wie früher mehrmals geschehen — an einem zu späten Punkt der Verzweiflung geschieht, wo es dann zu einem rigorosen, wütenden Aufbäumen kommt, das seinen Triumph erst in der Ausübung zerstörerischer Kräfte erfährt.

Die Bewährungprobe der Deutschen sollte gemäß Politikern wie Kohl darin bestehen, im Brei der europäischen Nivellierung unterzutauchen und dort immer rückgratloser zu werden. Die eigentliche Bewährungprobe wird darin bestehen, die angeborene Stärke auf eine würdevolle, positive Weise wiederzufinden und groß zu werden, ohne arrogant zu sein.

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