Merkels Umfaller 3

Ziemann:

Wir werden für die Rettung der Südländer zahlen müssen. Der in der Presse als Sieg Merkels verkaufte Kompromiss ist eine bittere Niederlage für den deutschen Steuerzahler. Die Euro-Länder sind jetzt nicht mehr durch einen Stabilitätspakt, sondern durch eine Schuldengemeinschaft miteinander verschmolzen. Das heißt: Der eine muss im Notfall für die anderen zahlen. Und es gibt viele Notfall-Kandidaten in der Euro-Zone.
Ein Dammbruch im Euro-System. Während Irland derzeit durch massive Einsparungen und Steuererhöhungen versucht, die Konvergenz-Kriterien für den Euro entsprechend des Stabilitätspaketes zu erfüllen und dafür eine schwere Rezession riskiert, wollen Griechenland & Co diesen Weg anscheinend nicht gehen. Sie beschimpfen lauthals ihre Gläubiger und fordern gemeinschaftliche Rettung ein.

Noch fließt kein Geld, aber ob der Zeitpunkt, wo es kritisch wird, bis nach der Wahl in NRW verschoben werden kann, ist wohl zu bezweifeln. Da mögen die Hilfen der EZB, griechische Staatspapiere zu monetarisieren, auch kurze Entspannung am Markt bringen. Der Tag der Abrechnung wird trotzdem kommen.

Angela Merkel hat in Wirklichkeit ihr eigenes (politisches) Todesurteil unterschrieben.

Der Bürger versteht, dass er zahlen muss und dass Merkel überhaupt nichts zum Wohle seines Volkes erreicht hat. Merkels ist wieder einmal umgefallen – so lautet langläufig die Botschaft, die man den Leser-Kommentaren entnehmen konnte. Ich konnte keinen Kommentar identifizieren, der auch nur annähernd den Optimismus der Presse geteilt hat.

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