Warum Notenbanker Gold so hassen (mit Bernanke-Video)
Dass Währungshüter den Anstieg des Goldpreises mit Argusaugen verfolgen und seinen allzu starken Anstieg regelrecht bekämpfen, ist eine häufig gemachte Feststellung.
Eigene Transaktionen, die das Gold betreffen, werden totgeschwiegen oder erst mit großer Verzögerung kommuniziert (z.B. die BIZ-Swaps, Goldverkäufe des IWF).
Auf der anderen Seite wurden Goldverkäufe durch Zentralbanken oder den Internationalen Währungsfonds immer wieder weit im Vorfeld angekündigt. Das übte wiederholt Druck auf den Goldpreis aus, führte aber sicher nicht zu besseren Veräußerungs-Erlösen für das jeweilige Finanzinstitut.
Der Goldbesitz der Notenbanken wird mit der Zusammenfassung von Bilanzpositionen verschleiert („Gold und Goldforderungen“, „Gold und Sonderziehungsrechte“). Wie viel echtes Gold sich in den Notenbank-Tresoren tatsächlich befindet, ist für Außenstehende schlichtweg nicht mehr nachvollziehbar.
Im Januar äußerte sich der Präsident der US- Notenbank öffentlich zu den möglichen Gefahren asiatischer Goldkäufe für die amerikanische Staatsfinanzierung. Während eines Vortrags stellte man ihm die Frage, ob er es als Zeichen eines Vertrauensverlustes in den US-Dollar und in das Finanzsystem ansehe, wenn Indien und China als Nettogoldkäufer auftreten. (-> Video)
Mit einem erkennbaren Stocken in der Stimme betonte er, dass der Dollar weiterhin eine dominante Reservewährung sei und der Greenback in Krisen immer noch als sicherer Hafen gelte. Auf Gold geht er in seiner Antwort praktisch gar nicht ein.
Erkenntnis: Gold konkurriert mit Staatsanleihen als sichere Anlage in Krisenzeiten und muss deshalb diskreditiert werden.
Geld, das in Gold statt US-Anleihen fließt, verringert die Funktionalität des Schuldgeldsystems.
Ein hoher Goldpreis entlarvt die Schwäche der Währung, in der es gehandelt wird.
Käufer von physischem Gold entziehen ihr Kapital dem Einfluss der Notenbankpolitik.
Deswegen wird das Edelmetall von den Vertretern der Zentralbanken und von den Regierungen behandelt wie ein Onkel, über den man nicht spricht.


