Seit ein paar Tagen wird mir immer schlecht, wenn ich die Nachrichten lese. Die sind zwar schon immer unerfreulich, aber wir treten gerade in eine neue Phase unseres Untergangs ein, und die meisten Zeitgenossen sagen: ach was, Untergang. “Wir gehen doch nicht unter. Es sind halt schwierige Zeiten, das ändert sich wieder und wird dann wieder genauso toll wie in den 80er oder 90er Jahren.” Es gibt sehr viele, die das allen Ernstes erwarten.

Diejenigen sind es wohl auch, die ihre Kinder auf Erfolg und Leistung konditionieren. Sie glauben daran, dass dies Werte seien und dass man damit im Leben weit kommt. Wohin kommt man denn? In die Sklaverei, in der man mittels Tabletten möglichst lange leistungsfähig bleibt und mit anderen Tabletten die Kopfschmerzen unterdrückt. Dann arbeitet man 14 Stunden am Tag und gibt 80% davon an den Staat. Wenn man dann ausgelutscht ist, kommt man schließlich in den Genuß von Hartz IV, das wird immer mehr zur Zwangsarbeit auf Gutscheinbasis, die dann diejenigen, die 16 Stunden täglich arbeiten, finanzieren müssen. So bleibt für die Unternehmen
immer mehr, und an der Börse gehts steil nach oben.

Wenn man die Werbung im Fernsehen anschaut, könnte man auch beinahe meinen, dass alles immer genauso geblieben ist, wie es zur besten Zeit für die meisten in Europa war. Und jetzt wird uns auch noch täglich eingebläut, wie toll Deutschland aus der Krise herausgekommen ist - der helle Wahnsinn, und wir haben das so gut geschafft mittels Kurzarbeit.

Christiane Durer, 12.8.2010
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