Nur der kleine Spießbürger hält noch an der Illusion fest

Der Mainstream macht sich angesichts des “gigantischen” Aufschwungs bereits über die verschiedenen, bekannten Krisenmahner lustig. Eine gewisse Häme verspüren ja auch wir “Hartgeldler”, wenn wir von Bekannten und Freunden mitleidige Blicke ernten. “Der DAX hat sich wieder auf über 6000 Punkte erholt!”. “Riester-Rente oder ein Bausparvertrag sind doch eine sinnvolle Vorsorge!” Wenn man argumentiert, dass es nicht besonders klug sei, am Ende des Kreditzyklus in papierene Finanzprodukte, egal welche, zu investieren, so trifft man in der Regel auf Unverständnis. Dabei ist das Spiel doch wirklich nicht allzuschwer zu durchblicken.

Kredit gewähre ich nur einem Schuldner mit guter Bonität, von dem ich einigermaßen sicher sein kann, dass er seine Schulden bedienen kann. In einem Kreditgeldsystem ist es deshalb von immenser Wichtigkeit, dass die überwiegende Zahl der vergebenen Kredite nicht faul sind. Ist das nicht der Fall, so darf man diesem System kein Vertrauen mehr entgegenbringen. Das gesamte Finanzsystem hat seine Bonität, und damit sein Vertrauen verspielt. Wenn man überhaupt noch Geschäfte macht, dann nur “Zug-um-Zug” Geschäfte, um das Ausfallrisiko zu minimieren. Ware gegen Geld ist dabei nicht einmal ein echtes Zug-um-Zug Geschäft, da hinter dem Geld ja auch nur ein Kredit steht. Also muss der Empfänger von Geld (nichts anderes als eine abgetretene Forderung) dieses unverzüglich auch in “Hardware” einlösen.

Vermögenswerte auf Basis von Forderungen sind nur so gut wie der Schuldner, der hinter diesem Vermögenswert steht. Über 90% aller Vermögenswerte sind nicht mehr realisierbar.

Warum glauben Sie denn, haben amerikanische Multimilliardäre einen großen Teil ihres Vermögens “verschenkt”? Das war kein Opfer sondern ein kalkulierter Gläubigerverzicht. Die wahnwitzigen Millardensummen wären in ihrer Gesamtheit nie und nimmer realisierbar gewesen. Diese Milliardäre haben einen guten Teil ihres Vermögens längst in echte Vermögenswerte umgeschichtet, den Rest können sie abschreiben, weil sowieso real bereits verloren. Das ist Kalkül - und ein Indiz dafür, dass das System bereits kurz vor dem Ende ist.

Es läuft also auf einen Schuldenerlass hinaus, entweder auf freiwilliger Basis (wie das Gates und Co. vorexerzieren, oder unfreiwillig, wie es die Systemgläubigen bald tun werden.

Etwas aufzugeben, was ich sowieso nicht realisieren kann, ist kein wirkliches Opfer. Es zeugt lediglich von gesundem Realitätssinn, wenn man eine Illusion aufgibt. Buffet, Gates und all die anderen sind offensichtlich Realisten genug, sonst hätten sie es nicht so weit gebracht. Nur der kleine Spießbürger hält also noch an der Illusion fest.

“Am Lachen erkennt man den Narren!” Lacht nur, ihr Verblendeten, die ihr einer idiotischen Illusion nachhängt. Lacht über uns, und über Kassandra. Wie heißt es so schön? Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

HGCN: 17. August 2010 - Crashpropheten in der Krise

blog comments powered by Disqus