Mike Maloney: Wie man den Lärm abdreht
Mike Maloney: Der kurzfristige Tageslärm in den Wirtschaftsnachrichten ist manchmal wie ein tropfender Wasserhahn, der einen verrückt macht, bis man hingeht und sich um die Ursache kümmert. Viele Menschen sind jeden Tag damit beschäftigt, sich die neuesten Nachrichten und Gerüchte hereinzuziehen, aus Zeitungen, aus dem Radio und Fernsehen und aus dem Internet. Man versucht sich informiert zu halten, und wenn man mit seinem Vermögen finanziell investiert ist, hat man auch guten Grund dazu.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, sich in diesem Nachrichten-Rauschen zu verlieren und sich durch jede Sache von neuem verrückt zu machen. Die jüngsten Überreaktionen auf das Absacken der Preise von Gold und Silber sind ein gutes Beispiel. Viele haben sich davon beeindrucken lassen und dachten, gleich würde alles zusammenstürzen und ihre Investitionen würden den Bach gleich mit heruntergehen.
Erste Erklärung war ein Szenario in der Art von 2008, wo Investoren ihre Anlagen schnell zu Bargeld machen mußten, um ihre Margin Calls und andere Schulden zu begleichen. Zweite Erklärung, von FED-Befürwortern lanciert: die Ankündigung der Operation “Twist” der FED hätte den Dollar gestärkt und den QE2-Trend umgekehrt, bei dem Dollars abgestoßen und Anlagen wie Gold, Silber und Aktien gekauft werden. Dritte Erklärung betraf eine Reaktion auf Margin Hikes (jüngste Erhöhung der Sicherheitsleistungen), zuerst China betreffend, dann die CME in den USA (weltweit zweitgrößte Derivatebörse, größte in den USA). Während alle drei Begründungen etwas für sich haben, verweisen sie gleichermaßen auf die Tatsache, daß hinter jeder kurzfristigen Volatilität starke Fundamentaldaten stehen, die immun gegen Marktschwankungen sind.
Psychologisch gesehen reagieren wir oft nicht sachlich, sondern übertrieben und womöglich auch mit Panik. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, sich auf sein gutes Fachwissen zu besinnen, die wiederkehrende Logik der geschichtlichen Veränderungen zu kennen und einfach bei dem zu bleiben, was richtig ist. Wenn man den Grund des Lärms erkannt hat, hört der Wasserhahn auf zu tropfen. Aber noch wichtiger ist es, die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten verstanden zu haben und dann — auch wenn es manchmal schwerfällt — beharrlich bei seinen Überzeugungen zu bleiben.



