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Time zensiert Assange aus der Liste „Person des Jahres” 2010 heraus

Julian Assange führte die öffentliche Wahl eindeutig an. Aber wie wir inzwischen wissen, gibt es in den USA in dieser Hinsicht keine Freiheit mehr: deshalb präferierte man Mark Zuckerberg, der dem Regime viel eher zupaß kommt, und kickte Assange kurzerhand von Nr. 1 der Liste.

http://www.thinq.co.uk/2010/12/15/zuckerberg-robs-assange-time-magazine-award/

Wer hier noch etwas anderes erwartet hätte, sollte schnellstmöglich darüber nachdenken, ob er nicht doch in einer Wunsch- und Traumwelt lebt und den aktuellen Zustand der US-Politik komplett verkennt.

Er setzte sich gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange durch.

So nennt das die Springer-Lügenpresse. Die wissen ja auch bestens, wie man solche Falschnachrichten erzeugt und dem naiven Leser als angebliche Tatsachen vorsetzt.

Und jetzt noch der wirkliche Hammer:

Man rate mal, wieviel Leserstimmen sich in der Wahl für Assange und wieviel für Zuckerberg ausgesprochen haben:

Hier das verblüffende Resultat:

Mit 382.024 zu 18.353 erhielt Assange mehr als 20 Mal soviele Stimmen wie der unter “ferner liefen” rangierende Konkurrent! Man beachte darüber hinaus die Sympathiewerte: 92 (von 100) gegenüber 52.

Man sieht hier auch ganz gut, wie sich die Mainstream-Medien immer unmöglicher machen und regelrecht mit Gewalt gegen die Öffentlichkeit anschwimmen müssen.

Wenn die Chinesen schlau sind, dann verleihen sie einen eigenen Friedens(nobel)preis an Julian Assange.

Mein Kommentar zu WikiLeaks

Es ist wichtig, den hinter WikiLeaks stehenden Anspruch grundlegend zu begreifen. Leider haben damit viele Menschen große Schwierigkeiten, weil sie lebenslang in ihrem tieferen Wesen auf Obrigkeit, Autorität, Mitläufertum und Duckmäuserei konditioniert sind — bzw. sich darauf freiwillig haben konditionieren lassen, weil sie sich davon gewisse persönliche Vorteile versprechen. Der Anspruch, um den es WikiLeaks und Assange geht, ist sehr einfach: Durch Offenlegung von Information wird der Wahrheit, die ohnehin faktisch gegeben ist, aber durch anmaßende Machtstrukturen und in diesen tätige Einzelpersonen vertuscht zu werden versucht, wieder Raum gegeben. Offenlegung von Information ist per se niemals menschen- oder demokratiefeindlich.

Natürlich empfinden Menschen, die obrigkeitsstaatlich denken, Offenlegung von Information als Bedrohung. Daher stufen sie WikiLeaks als destruktiv, subversiv und staatsfeindlich ein. Sie verwechseln das mit Wahrheitsfeindlichkeit und unterstellen, da sie für ihre Projektion Gründe suchen, den “Informationskriegern” Eitelkeit, Arroganz, Boshaftigkeit und Schamlosigkeit.

Offenlegung von Information bedeutet nichts anderes, als daß eine Spiegelung geschieht, in der sich die Projizierenden selbst zu sehen beginnen: Sie schauen dann genau das an, was in ihnen selbst ist. Da sie das aber nicht akzeptieren können, müssen sie es bekämpfen und ausmerzen.

Das eigentlich Neue an WikiLeaks ist, daß das Internet nun zur Plattform der Auseinandersetzungen wird: das heißt, der “Kampf” spielt sich nun auf der Ebene von Informationen ab. Da aber alles von Informationen abhängt (diese konnten in früheren Epochen von den Herrschenden viel leichter zurückgehalten werden als heutzutage), passiert gerade an dieser “Front” das Alles-Entscheidende. Wer hier die Nase vorn hat, bestimmt auch, wohin die Aufmerksamkeit der Menschen geht.

Die bislang herrschenden Medien besaßen die alleinige Macht, diese Aufmerksamkeit zu steuern und zu regulieren. Da diese Medien mit den Politikern und den dahinterstehenden industriellen Lobbies einträchtig kooperierten und die Massen durchweg dumm und desinformiert zu halten versuchten, gab es keine Alternativsicht mehr. Gerade die modernen technologischen Errungenschaften der Massendesinformation (die sich insbesondere auf den Kanälen der “Unterhaltung” via Sport, Mode, Klatsch und Tratsch, Sex usw. austobte) brachten eine noch stärkere Eindimensionalität der Informationswirklichkeit, wie sie den Massen vermittelt wurde. Aber diese hochkomplexe und sehr potente Technologie ist eben nicht automatisch ein Herrschaftsinstrument, sondern kann ebenso von jedem anderen genutzt werden. Dies ist seit Aufkommen des Internets, das ein dezentrales Vehikel der Informationsverbreitung darstellt, möglich geworden, und deshalb mußte es auch früher oder später dazu kommen, daß diese Alternativsicht ebenfalls Daten einspeist und verbreitet.

Wenn nun gewisse Kreise, die sich für besonders klug halten, diesen alternativen Stimmen unterstellen, ebenfalls von den Herrschenden gesteuert und benutzt zu werden, so zeigt sich besonders anschaulich, wie wenige den eigentlich anarchistischen Charakter von offener Information verstanden haben. Natürlich kann auch die Offenheit wieder mißbraucht werden, aber darum geht es gar nicht. Die bloße Tatsache der “Dissidenz” sorgt für Ausgleich. Der Spiegel der Offenheit zeigt immer die Projektionen all derer, die mit Wahrheit Probleme haben, und deshalb zeigt er jedem etwas anderes. Man darf bei allem, was öffentlich diskutiert wird und was sich anscheinend nur im öffentlichen Raum befindet, das Eigene und Persönliche (also: den eigenen Anteil an der Wertung und Interpretation des Rezipierten) nicht vergessen — denn sonst bleibt man auf ewig in der Projektion gefangen und wird wieder nur zum Opfer derer, die die Informationsfreiheit bekämpfen (und Wahrheit fürchten).

WikiRebels - The Documentary (1/4)

“Exclusive rough-cut of first in-depth documentary on WikiLeaks and the people behind it! 

From summer 2010 until now, Swedish Television has been following the secretive media network WikiLeaks and its enigmatic Editor-in-Chief Julian Assange. 

Reporters Jesper Huor and Bosse Lindquist have traveled to key countries where WikiLeaks operates, interviewing top members, such as Assange, new Spokesperson Kristinn Hrafnsson, as well as people like Daniel Domscheit-Berg who now is starting his own version - Openleaks.org! 

Where is the secretive organization heading? Stronger than ever, or broken by the US? Who is Assange: champion of freedom, spy or rapist? What are his objectives? What are the consequences for the internet?”

WikiRebels: Dokumentation über Wikileaks

Interessante Dokumentation über Wikileaks. Die Journalisten Bosse Lindquist und Jesper Huor haben Julian Assange (und sein Team) für 6 Monate begleitet – dieser Zeitraum endete wohl erst vor kurzem.

(Hier der YouTube-Link - falls im verlinkten Beitrag angegebene Adresse entfernt wird:  WikiRebels - The Documentary (1/4) - Teil 1 von 4)

http://www.netzpolitik.org/2010/wikirebels-dokumentation-uber-wikileaks/

Two Swedish filmmakers are preparing to release an up-to-the-minute documentary about controversial whistleblower organization Wikileaks and its elusive editor-in-chief, Julian Assange, later this month. Entitled WikiRebels, the hour-long doc will explore Wikileaks’ history and operations, which are proceeding despite a campaign by the United States to take down its website.

Freelance journalists Bosse Lindquist and Jesper Huor first met Assange in Stockholm this summer at an embargoed news briefing in advance of Wikileaks’ release of more than 400,000 classified Iraq war documents. The duo were representing Swedish public broadcaster SVT and were intrigued. They immediately knew they wanted to make a documentary about Wikileaks.

“He is a totally intriguing and fascinating person,” Lindquist said via phone last week during a break from editing the film.

Assange, however, wasn’t as interested in opening up for their cameras. Presently, the 39-year-old Internet activist is one of the world’s most wanted men. Interpol has issued a red notice – or international wanted persons alert – against him in connection with allegations of “sex crimes” brought against him in Sweden. He is believed to be in hiding somewhere in the UK.

“He wasn’t interested in us at all,” says Lindquist. “And, well, fair enough.”

Eventually Assange relented, and gave the Swedes the go-ahead to interview Wikileaks volunteers that worked on the releases of documents related to the Iraq and Afghanistan wars as well as the 250,000 American embassy cables that have sent the U.S. State Department into damage control mode in recent weeks. Produced entirely by SVT, WikiRebels will air on Dec. 12 in Sweden and online shortly thereafter.

“He stated quite clearly that he believes secrecy is very corrosive,” he says. “That’s why he’s reluctantly agreed to be a part of this film because he believes in his project.”

Lindquist calls the film an objective account of Wikileaks’ “total endeavor”. It features interviews with the organization’s key figures including Assange, Wikileaks spokeperson Kristinn Hraffnson and former German spokesperson Daniel Domscheit-Berg, who quit the organization in September following a disagreement with Assange. He will publish a book Inside Wikileaks in January, 2011.

Though the film explores the “sex crime” allegations leveled at Assange by two former Wikileaks volunteers in Sweden, Lindquist and Huor were unable to secure interviews with the Swedish police or the complainants. Don’t expect any juicy personal details about Assange either, Lindquist says. The film focuses more on Wikileaks’ origins, underlying strategy and its modus operandi.

“I’m trying to unravel the underlying ideology, the underlying thoughts because they do want to change the world and my impression is they are a new type of revolutionaries,” says Lindquist. “They call themselves ‘information activists’ and I’m trying to look at that and ask, what is that? And where are they going?”

MUST READ: Kommentarspalte zum haßtriefenden Anti-Assange-Artikel bei welt-online

Die Verhaftung bringt Assange zurück in die Realität

Solche Artikel bezeugen die kriminelle Fratze des Pseudo-Rechtsstaats auf geradezu perfekte Weise. Die Kommentare sind absolut lesenswert.

MUST READ: lawblog.de über WikiLeaks

Kriegsgerät Serverplatz

Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich. Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muß er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet haben. Die Presse hält diese ständige Diskussion in Gang; sie beschafft die Informationen, nimmt selbst dazu Stellung und wirkt damit als orientierende Kraft in der öffentlichen Auseinandersetzung. In ihr artikuliert sich die öffentliche Meinung.

Bundesverfassungsgericht, Spiegel-Urteil vom 5. August 1966

Die vorstehenden vier Sätze sind mittlerweile 44 Jahre alt. Dennoch beinhalten sie eigentlich alle Antworten auf die Fragen, die sich uns Deutschen in der WikiLeaks-Debatte stellen.

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Die einzige Unsicherheit wäre die Frage, ob WikiLeaks wirklich “Presse” ist. Daran besteht für mich aber kein Zweifel. Zwar beschränkt sich die Tätigkeit von WikiLeaks auf die Dokumentation. Aber gerade die Dokumentation ist eine der Kernaufgaben des Journalismus. Zudem ändern sich die Zeiten. Das Internet ermöglicht nun mal erst einen ganz neuen Journalismus durch Fakten. Denn hier gibt es anders als bei Printmedien keine Obergrenzen für die Informationsmengen und auch keine Begrenzung des Publikums. WikiLeaks hat das als erstes begriffen, es kongenial umgesetzt und sich so wahrscheinlich zum weltweit derzeit meistbeachteten und vermutlich auch wichtigsten Medium überhaupt gemacht.

Die Reaktion der Politik spricht ja ohnehin für sich.

Das Land, aus dem die Botschaftsdepeschen stammen, ist dummerweise an sich auch noch Hort der nahezu unbegrenzten Meinungsfreiheit. Aber statt hierauf stolz zu sein, die Sache entsprechend sportlich zu nehmen und allenfalls im Stillen mit den Zähnen zu knirschen, fordern US-Politiker und sogar Zeitungsjournalisten offen den Tod des Frontrunners Julian Assange, die Einstufung von WikiLeaks als terroristische Organisation und ein Gesetz, das kurz mal jedes Whistleblowing zum Nachteil der USA unter drastische Strafen stellt.