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Alle Artikel mit dem TAG: Wirtschaft

Olga Förtsch: Vom Haben zum Wollen und zurück

MUST READ: Wieder ein hervorragender Text von Olga Förtsch, in dem die nicht existierenden Kleider unser pseudopolitischen “Kaiser” treffend vorgestellt werden. 

Auszug:

Eigenartiges Treiben herrscht hier: große Hektik, große Nervosität und eine auffallende Selbstlosigkeit, in der sich alle zu überbieten scheinen. Offensichtlich gehört es einfach zu den Spielregeln,  genauso wie die Gewohnheit, Bedürfnisse und Wünsche auszusprechen, indem man sie leugnet.

„Die Bundesregierung teilt mit: ‘Sarkosy hat    nicht mit   Euro-Auszug gedroht.’“

„Die Bundesregierung sieht    keinen Grund für Griechenland-Hilfe.“

„Ratspräsident Van Rompuy warnt vor einem Kollaps der Euro-Zone, doch Kanzlerin Merkel sieht keine Gefährdung. Irland will keine Hilfsgelder, doch die EU stellt sie bereit.“

„Deutsche Regierung strikt gegen Euro-Bonds.“

„Brüderle sieht    keine Inflationsgefahr für den Euro.“

„Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero warb um Vertrauen für sein Land. Es sei ‘absolut ausgeschlossen’, dass Spanien auf den Euro-Rettungsfonds zurückgreifen müsse.“

„Die Euro-Finanzminister sehen keine Notwendigkeit, den Euro-Rettungsschirm zu vergrößern.“

Nur der US-Botschafter Philip Murphy scheint sich diesem Chor nicht anzuschließen „Vor allem kommt es jetzt darauf an, dass wir die „’Euro-Rettung‘ als Story am Köcheln halten. Genial war es, wie wir vergangene Woche plötzlich Belgien ins Spiel gebracht haben!“, schreibt er erfreulich offen in einer seinen letzten Depeschen, die er über die Geheimkanäle nach Washington gekabelt hat.

MUST READ: Onkel Wolfgangs Welt

http://moltaweto.files.wordpress.com/2010/03/w-onkel-wolfgangs-welt.pdf

Entlarvende Kurz-Doku zum Wirtschaften “unserer” Politiker.

Warum ich Eichelburg manchmal überragend finde

Über Walter Eichelburg gehen die Ansichten weit auseinander. Auch ich finde nicht alles zutreffend, was er schreibt, insbesondere da nicht, wo auf plumpe Ressentiments abgezielt wird. Aber manchmal landet er einen rhetorischen Coup, der es in sich hat und der einem dann wieder bewußt macht, daß dieser Mann und seine Webseite einfach mit zur freien Meinungsvielfalt dazugehören, ja teilweise sogar vital unverzichtbar sind.

Siehe heute, das folgende Zitat. Besser geht es einfach nicht. Das ist “der klassische Eichelburg”:

[9:30] Der Lohndrücker: Wirtschaftsforscher fordern 500.000 Einwanderer

Der DIW-Chef Klaus Zimmermann setzt auf Zuwanderung. Eine halbe Million Einwanderer jährlich seien nötig. Sonst sinke der Wohlstand.

Dazu Eichelburg:

Wessen Wohlstand sinkt sonst? der der Unternehmer und Manager, da ohne Einwanderer die Löhne steigen müssten.

Wie wäre es mit dem Import von einer halben Million Ökonomen, die Zimmermann persönlich Konkurrenz machen?

Der Double-Dip-Schwachsinn und die Wahrheit über die gegenwärtige Situation

Es gibt derzeit zwei Lager. Das eine erzählt die Geschichte vom Auslaufen der Stimulus-Programme und Abschwächung des Aufschwungs und das Abrutschen in die Rezession.

Dann gibt es ein anderes Lager. Dieses behauptet, dass auch in manchen Boomphasen schwächere Phasen vorlagen, aber wir insgesamt eine Wirtschaft im Erholungsmodus sehen, die mindestens noch 1-2 Jahre wächst.

Beide Lager haben erstklassige Argumente und können die tollsten Chart-Deuter und Köpfe der Finanzindustrie aufbieten.

Aber wir wollen Ihnen unsere kompromisslose Meinung sagen. Und diese Meinung war nie Mainstream und ist es auch jetzt nicht:

Die Boomer und die Double-Dipper gehen beide von einer gemeinsamen Voraussetzung aus. Und genau hier liegt der Webfehler in beiden Theorien:

Wir haben doch die letzte Rezession gar nicht verlassen! Wir drucken Geld als gäbe es kein Morgen mehr! Die Zentralbanken kaufen den Dreck unter den Fingernägeln auf und geben dafür Geld! Konjunktur- und Infrastrukturprogramme auf Pump bis zur Zerreißprobe.

Immer mehr Staaten bekommen in letzter Minute Geld um einen Bankrott zu verhindern! Sieht so ein Ende einer Rezession aus? Oder sieht das nach Propaganda aus?

Diese Frage beantworten Sie doch bitte sich selbst!

Die Daten werden gebogen und benutzt, und das System wird mit allen Mitteln geschmiert, und trotzdem wird das Unsagbare dennoch geschehen: Der Eintritt in die große Depression.

Quelle: Marktorakel: Der Double-Dip-Schwachsinn…das große Bild Teil 2

Marc Faber: Bloomberg Interview May 25, 2010

Betriebs- und Volkswirtschaft sind an Schulen Mangelware, zum Glück für die Politiker. Aus Unkenntnis glauben die Wähler dann wirklich, dass Währungsspekulanten Griechenland in Bedrängnis brachten und nicht dessen fiskalischer Schlendrian. Dass Deutschland mit seiner Exportorientierung Schuld an der Verschuldung anderer Länder hätte und nicht deren exzessiver, kreditfinanzierter Konsum. Oder dass Leerverkäufe dem Markt schaden und nicht einfach eine weitere Möglichkeit darstellen, seine Markteinschätzung auszudrücken.

Die, nicht unwesentliche, Unterscheidung zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen wird regelmäßig übergangen. Wenn hier selbst Professoren regelmäßig Unsinn daherreden, muss es einen nicht wundern, wenn die Bevölkerung der Politik regelmäßig auf den Leim geht, oder die Politik sich selbst. Um so widerlicher ist es, wenn ein Politiker wie Roland Koch ausgerechnet bei der Bildung sparen will, auch wenn es nur konsequent ist, da gerade Populisten auf die Unkenntnis ihrer Wähler angewiesen sind.

Wenn Sie den Vollidioten suchen, der nun für die Griechen einstehen muß — dann sollten Sie (wenn Sie noch irgendwelche Gelder bei Banken und Versicherungen haben) einfach nur mal in den Spiegel sehen.
Überspitzt gesagt, bestand das deutsche Geschäftsmodell darin, Autos und Werkzeugmaschinen gegen Lehman Brothers und griechische Staatsanleihen zu verkaufen. Man sollte sich überlegen, ob man damit wirklich so weitermachen will. Wir haben unsere Exporte großenteils verschenkt, denn weder die Amerikaner noch die Griechen werden ihre Schulden bezahlen.
Prof. Sinn im Focus. Wo er (ausnahmsweise) recht hat, da hat er recht.

Sehen Sie Anzeichen für die Stimmung: „EU-Vertrag hin oder her, Deutschland muß Griechenland helfen!“?

Bandulet: Ja. Vor allem die angelsächsische Presse spekuliert darüber, wann die Bundesrepublik Deutschland Geld für Griechenland locker macht. Es wären dann aber auch Frankreich und der IWF als Helfer mit dabei. Aber das ist ja genau einer der Gründe, weshalb ich von Anfang an den Euro kritisiert und ihn als einen schweren Fehler bezeichnet habe. Der Euro wurde von Anfang an von Deutschland bezahlt. Wenn wir am Höhepunkt der Krise in Griechenland sein werden, wird der Druck auf Berlin immer stärker werden, endlich Geld locker zu machen.

Haben wir überhaupt die richtigen Politiker in Berlin, die einem solchen Druck standhalten können?

Bandulet: Nein. Die richtigen Leute sind das ohnehin nicht. (…) Man muß sich wirklich fragen, in welchem Interesse die deutsche Politik hier handelt – im eigenen nationalen Interesse sicherlich nicht. Aber das ist ja auch in anderen Politikfeldern zu beobachten, wie beispielsweise in der Außenpolitik. Wir sind mit der Bundeswehr in Afghanistan. Und das nicht, weil wir denken, dies sei in unserem Interesse, sondern weil dies im US-amerikanischen Interesse ist.

Deutschland müßte sich sowohl aus Afghanistan als auch aus dem Euro zurückziehen?

Bandulet: So ist es. Das wäre nationale Interessenpolitik. Allerdings hat sich die Politik in Berlin längst in ein System verstrickt, aus welchem sie nicht mehr so schnell herauskommt.

Dr. Bruno Bandulet - endlich verständlicher Klartext.

Inflation führt die Bürger eines Landes hinters Licht; sie ist schlicht und einfach Betrug. Rein formal werden die Abmachungen erfüllt, doch die Bürger schauen in die Röhre, da nur noch mehr oder weniger wertloses Geld in Umlauf ist. Aus Sicht der Täter, also der Notenbank und des Staates, hat diese Form des Staatsbankrotts den unschätzbaren Vorteil, daß sie die relativ komplizierten Zusammenhänge leicht verschleiern und die Verantwortung auf andere Sündenböcke abwälzen können.

Gerade deshalb werden sich viele Staaten für die Inflation als ihre Version des Staatsbankrotts entscheiden. Die Richtung wurde schon eingeschlagen, fast in allen Staaten, auch in Deutschland. Der Haushaltsentwurf für 2010 weist darauf hin: mit einer Rekordschuld von über 80 Milliarden Euro belastet unsere Regierung den Staat noch schwerer.

Der Zusammenhang von Staatsverschuldung und Geldentwertung liegt auf der Hand: Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Davon sollte man sich nicht ablenken lassen, auch wenn die regierenden Marionetten immer noch versuchen, uns mit Optimismus und geschönten Zahlen zu blenden. Der erneute Schuldenexzess sei „notwendig und ökonomisch richtig“, so Bundesfinanzminister Schäuble, es gebe keine Alternative.

Aus der Opposition erheben sich die kritischen Stimmen, die diese Schuldenaufnahme geißeln – doch sie tun das bei jedem Beschluß der Regierung; insofern sollte man von dieser Seite keinen nennenswerten Widerstand erwarten. Vielmehr würde es so sein, daß ein Wechsel der Regierung kaum Änderungen in der Geldpolitik ergeben würde – die heutigen Schreihälse werden die Gelddruckmaschine ebenso rücksichtslos bedienen, wie es die aktuellen Machthabenden tun.

Die Politik weltweit, nicht nur in Deutschland, besteht aus einer großen Vereinigung von Schuldenmachern und verantwortungslosen Geldentwertern. Es scheint egal, wer am Ruder der Macht steht: Der geldpolitische Kurs, der direkt in die Inflation und den Staatsbankrott führt, wird nicht geändert. Das ist traurig, aber kaum zu ändern. Doch statt frustriert zu sein, sollten Sie aktiv werden: Sie können nicht den Staat retten (und er Sie bald auch nicht mehr), aber Sie können sich selbst und Ihre nächsten Mitmenschen aus dem Gröbsten der Krise heraushalten – mit einer umfassenden Krisenvorsorge.

Der Inflationskurs ist festgelegt, krisenvorsorge.com, Gerhard Spannbauer

Den genaueren Hintergrund, der durch die Gesetzmäßigkeit unseres aktuellen Systems des legalen Falschgeldes bedingt ist, habe ich in dem Beitrag “Bailout: Warum am Ende immer der Steuerzahler zahlen muß” näher aufgeschlüsselt. Diesen habe ich soeben um den Absatz “Das Primat des Geldsystems” erweitert.

Vortrag von Professor Wilhelm Hankel über den Euro als Krisenverstärker

Ergänzender Kommentar von mir hierzu:

Sinnvoll ist sein Vortrag für diejenigen, die auf so etwas wie eine europa-einigende, völkerverbindene, friedensstiftende Kraft des Euro-Währungskonstrukts glauben. Man müßte schon alles verleugnen und wegreden, was er hier an Tatsachen aufzählt, um diesen Mythos weiterhin kultivieren zu können.

Worin er sich aber komplett, ganz grundlegend, irrt, das ist das für Deutsche so typische Appellieren an irgendeine staatliche Instanz von neuer Gerechtigkeit und Einsicht — die es nie gegeben hat und auch nicht geben wird (ganz im Gegenteil: es ist ja gerade die Obrigkeit, die zur Zeit völlig verrückt spielt und sämtliche seit dem Kriegsende eingebürgerten Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit und Legitimität zunehmend mit Füßen tritt). Es gibt diesen Adressaten, für den er seinen Vortrag hält, schlichtweg gar nicht! Schon bei den Tagesspiegel-Kommentatoren war mir aufgefallen: Die können gar nicht anders, als immer nach einer Instanz zu suchen (Kanzler, Minister, “unsere Regierung”, Gerichte, im Ton höchster Anbetung dann, am Ende und bei Überhandnehmen der Verzweiflung, mit bedeutungsschwangerem Tremolo vorgetragen: “Bundesverfassungsgericht!”), die alles richten soll.

Ich meine: Kann dieser (ansonsten sehr verständige) Mann denn so naiv sein, zu denken, nach Einführung des Euros würde ausgerechnet das deutsche Bundesverfassungsgericht beschließen, diesen — explizit für Deutschland, inmitten aller EU-Staaten gelegen und angeblich schon wegen seiner Vorgeschichte einer europäischen “Integration” verpflichtet — als verfassungswidrig zu untersagen? Mit nur ein klein bißchen gesundem Menschenverstand hätte man alle Urteile dieses Gerichts, sowohl zum Euro als auch zum Lissabon-Vertrag (oder zum Afghanistan-Krieg), fast wörtlich vorhersagen können. Die Richter wissen doch ganz genau, was von ihnen erwartet wird, und fahren dann mitsamt ihrem ganzen umständlichen juristischen Handwerkszeug einen pragmatischen Mittelweg, bei dem sie dem, was bei strikter Auslegung des Grundgesetzes klare Vorgabe wäre, und dem, was die Regierung längst als Tatsachen geschaffen hat, so weit wie möglich gleichzeitig gerecht zu werden versuchen. Aber niemals werden sie das Regierungspack dorthin schicken, wo es dem ursprünglichen Sinn des Gesetzes nach längst hingehört: nämlich ins Gefängnis!

Wenn man also weiß, daß das alles nur Fassadengeplänkel und Kulissenschieberei ist — wieso wendet man sich dann immer wieder an diese Instanzen? Damit beteiligt man sich doch sogar selbst an der Aufrechterhaltung eines falschen Scheins. Wäre dieses Verfassungsgericht ein echtes Verfassungsgericht, müßte es sich doch zuallererst selbst infrage stellen und als erste Voraussetzung jeder weiteren Rechtssprechnung auf die Einhaltung des letzten Paragraphen des GG pochen, nach dem eine Verfassung erst durch Volksabstimmung zu beschließen ist.

Die Propagandamaschine wird auf Hochtouren gebracht

Es wird im Laufe der kommenden Woche interessant sein, zu beobachten, wie die Propagandamaschine der Mainstream-Medien so allmählich auf Hochtouren gebracht wird, um das deutsche Volk darauf einzustimmen, wie gut und sinnvoll es sei, sich austricksen und übervorteilen zu lassen. Tenor wird dann sein, an die gutmütigen und hilfsbereiten Wesensmerkmale unserer deutschen Bürger zu appellieren: “Deutschland läßt die Griechen nicht im Stich”, “Wir müssen den Griechen unter die Arme greifen”, “Solidarität innerhalb der EU ist eine Selbstverständlichkeit; wir lassen doch keinen Bankrott gehen”. Flankierend dazu wird dann dem Bürger erklärt werden, wie seine eigenen Interessen (angeblich höhere Sicherheit und Garantien für den Euro und damit für seine eigenen Ersparnisse und Einkommen) gewahrt werden; wie Merkel und Konsorten alles nur in ihrer Macht Stehende tun, um wieder mal “Schaden von uns allen abzuwenden” und “Vernunft walten zu lassen”. Deutschland als ruhender Pol inmitten der Finanz- und Schuldenkrise, ein tapferes Bollwerk gegen die “bösen, heimtückischen, gierigen Spekulanten”. Unsere Regierenden zeigen sich nun wieder “zuversichtlich”. Usw. usf. Der Leser müßte diesen Jargon schon zur Genüge kennen.

Die ganzen massenhaft hinausposaunten Litaneien sind genauso dumm wie verlogen. Es handelt sich aber um genau die Art Verzauberung, die das System-Schaf dazu bringt, sich nicht nur willig, sondern sogar dankbar und im Vollgefühl seiner Hingabe an höhere Mächte zur Schlachtbank führen zu lassen. Aber inzwischen wird wohl auch der Verblüffteste und am meisten Entsetzte, den solch ein schauderhaftes Schmierentheater mit Ekel und Zorn erfüllt, nicht mehr umhin können, als Tatsache zu akzeptieren: Ja, man kann auch das mit diesen Menschen machen. Man konnte schon vorher so einiges an Betrügereien und Lügen mit dieser dummen Menschenmasse anstellen, und sie hat sich nicht gewehrt; nun geht nicht nur das, sondern es wird auch noch viel mehr mit denen gehen. Wehren die sich einmal nicht, so wehren sie sich auch beim nächsten, härteren Schnitt nicht, und wenn sie sich erst einmal daran gewöhnt haben, alles mitzumachen, dann werden sie auch noch viel mehr bereitwillig und stumm erdulden.

Das ganze traurige Spiel wird noch recht lange so weitergehen. Es hat gerade erst angefangen. Natürlich ist der Griechenland-Bailout nur ein Klacks; die eigentlichen Klöpse kommen noch. Und sie werden dann ebenfalls vom Propaganda-Getrommel unterstützt werden, und dann werden sich die Bürger auch daran wieder gewöhnt haben, bis dieses Land am Ende genau dort ist, wo es schon öfters war: am Boden. Dann werden sie gegenseitig aufeinander losgehen, wieder begleitet von der Propaganda, und wieder auf der Suche nach Sündenböcken.